Barbara Kraus Corpus 1

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„Corpus ist eine Einladung und keine Pflicht“, meint Wolfgang Dangl, der mein Textdramaturg ist, weil mir bei dem Gedanken, dass ich hier in Kürze eventuell meine Familientexte veröffentlichen werde, ganz anders wird. Weil es sich nicht und scheinbar nie verhindern lässt, dass alles, was auch nur im entferntesten nach Pflichterfüllung (selbst wenn diese auf Freiwilligkeit basiert) riecht, sämtliche meiner Widerstandsgeister auf den Plan ruft...

Am Montag den 26. Februar um 18:26 habe ich Wolfgang den ersten Text über meine Familie geschickt. Seither hat er weitere zwanzig Texte von mir bekommen. Alle Texte sind nummeriert. Wolfgang liest meine Texte und spricht mit mir über die Texte und das Schreiben. Ich möchte keinen Unterschied machen, zwischen den bisherigen Texten, die ich ausschließlich für mich und für ihn geschrieben habe (allerdings mit dem Hintergedanken, dass daraus in einer nicht näher definierten Zukunft ein Buch wird und in naher Zukunft ein Performanceprojekt) und dem Umstand, dass dieser Text die Aufgabe hat zu erklären, was ich hier tue. Mit hier meine ich die Plattform von Corpus, wo ich als künftige Artist in Residence eingeladen bin (...). Was zu tun?

Erklärung. Ich hasse Erklärungen. Es fällt mir meistens sehr schwer zu erklären, womit ich gerade beschäftigt bin, weil diese Erklärungen, um auch nur annähernd Sinn zu machen, ein geduldiges Gegenüber, das die notwendige Aufmerksamkeit mitbringt und wirklich zuhören kann, braucht. Wenn ich auch nur das allerkleinste Anzeichen von Desinteresse bei meinem Gegenüber spüre oder vermute, verliere ich sofort den Mut und auch die Lust, weiterzusprechen. Dieses Problem stellt sich hier nicht, weil ich keinerlei Macht darüber habe, wie und ob Sie diese Zeilen lesen werden. Nachdem ich auch nicht wissen kann, wer dieses „Sie“ ist, oder was „Sie“ ausmacht, weiß ich auch nicht wie ich „Sie“ ansprechen oder erreichen kann. Das macht es mit der von mir versprochenen Erklärung um nichts einfacher. Oder vielleicht doch. Nachdem ich nicht weiß, wer Sie sind, kann ich genauso gut darauf verzichten, Sie irgendwo abholen oder erreichen zu wollen, und diese Zeit und Zeilen darauf verwenden, mir selbst zu erklären, was ich hier eigentlich vorhabe und tue.

Aber warum sollte ich mir selbst erklären, was ich hier tue? Zwingt mich jemand dazu? Niemand zwingt mich dazu. Es gibt jeweils vielschichtige Begehrensmomente, um etwas zu tun. Und diese können aus höchst widersprüchlichen Anteilen zusammengesetzt sein. In meinem Fall möchte ich meine Freundschaft mit Jack H auser, der mich als Artist in Residence betreut, pflegen und freue mich, dass wir auf diese Weise etwas Konkretes miteinander zu tun haben und teilen können. Etwas das schwierig ist, mit Freundinnen und Freunden aus der Performanceszene, weil alle immer sehr beschäftigt sind mit der eigenen Existenzsicherung und Karriereplanung. Da bleibt oft wenig Zeit für die anderen, denen es auch nicht anders geht. Was die Karriere betrifft, habe ich an dieser Stelle das Bedürfnis mitzuteilen, dass mir meine Karriere und der Wunsch danach in den letzten Jahren zunehmend abhanden gekommen sind. Ich will nirgendwo hin mit dem, was ich tue. Weder liegt mir daran, meine Arbeit „auszuschlachten“, noch jemand anders von ihrer oder meiner Wichtigkeit zu überzeugen. Das einzige, was mich wirklich interessiert, sind die Momente der Begegnung, des Austausches, der Auseinandersetzung, die durch und mit der Arbeit mit anderen möglich ist und stattfindet. Dass die Arbeit andere Formen von gemeinsam geteilten Intensitäten ermöglicht. Das ist es, was mich daran interessiert. Es interessiert mich nicht, Teil eines wahnsinnigen Kunstmarktes und einer sogenannten Creative Industry zu sein (und sie bedienen zu müssen). Es interessiert mich nicht, keine Zeit für mein Leben, meine Familie, meine Freundinnen, meine Freunde zu haben. So gesehen erscheint das Schreiben als brauchbare Alternative zum Diktat der körperlichen Verfügbarkeit und Anwesenheit, wie es Performance verlangt. Meine Performances und Texte sollen für die Menschen gemacht sein, die mir etwas bedeuten, und sich nicht darum kümmern müssen, ob sie für sonst etwas gut oder zu gebrauchen sind. Überhaupt wehre ich mich gegen die allgemein unhinterfragte Forderung nach der permanenten Vernutzbarkeit aller Äußerungen und Handlungen. Handlungen und Äußerungen sollten unhinterfragt sinnlos ohne Ziel, Nutzen, Ordnung, Wahrheit, Disziplin und Fleiß sein dürfen. Geduld lohnt sich. Weil Sie es geschafft haben, bis hierher zu lesen, will ich mir jetzt die Mühe machen, zu versuchen, Ihnen (obwohl ich Erklärungen hasse) zu erklären, was ich hier tue. Wie es dazu kam und warum. Dafür muss ich leider wieder etwas ausholen, werde mich aber bemühen, es so kurz wie möglich zu halten, damit wir uns nicht gegenseitig abhanden kommen. (Ich bin nämlich leider ein ziemlich ungeduldiger Mensch.)

Es ist nicht leicht mit diesem Text für Sie. Heute hat mich Wolfgang angerufen und gefragt, wie es mir geht. Ich habe natürlich sofort verstanden, dass er mich fragt, wie es mir mit dem Schreiben dieses Textes geht, obwohl er das nicht gesagt hat. Alles das erscheint so nebensächlich und nichtssagend und ist es auch, weil Sie nicht wissen, was dahinter steckt, und vielleicht niemals wissen werden, weil sich alles in mir sträubt, Ihnen zu erklären, was es mit diesem Projekt auf sich hat. Dabei erscheint es vordergründig ganz einfach: Ich möchte über mein Leben sprechen. Ich möchte eine Sprache finden, für das was ich erlebt habe. Ich will meinen Freundinnen und Freunden, den mir nahestehendsten Menschen Geschichten über mein Leben erzählen oder vorlesen. Ich möchte Sie an die Orte, wo diese Geschichten stattgefunden haben, oder an die Orte, die in den Geschichten vorkommen, ich möchte sie dort hinbringen. Diese Idee ist durch ein Telefonat mit einem Freund, der mittlerweile die Liebe meines Lebens ist (auch wenn Sie das jetzt lächerlich, romantisch, nebensächlich und unglaubwürdig finden, weil Liebe des Lebens eine romantische Erfindung und nichts als ein Konstrukt einer realitätsfernen Phantasie ist), entstanden. Jetzt haben Sie sicherlich den Faden verloren. Dieser Freund erzählte mir am Telefon von seiner unerträglichen Lebenssituation, aus der es damals kein Entkommen gab, obwohl gleichzeitig ein Ende der Unerträglichkeit in Sichtweite, aber nicht greifbar war. Halb im Scherz, halb im Ernst habe ich vorgeschlagen, dass ich ihn entführen könnte. Etwas, das dann tatsächlich passierte, aber das ist eine andere Geschichte, um die es hier nicht zu gehen braucht. Das ist meine Privatangelegenheit und Sie sind sicherlich mehr an der Abstraktion meiner Privatheit interessiert, (...) aber sind Sie sich da so sicher? Gibt es etwas Schöneres, als an dem kleinen Leben der anderen für einen Moment voller Erleichterung teilhaben zu dürfen? Erleichterung und Beruhigung, dass das Leben der anderen aus auch nichts anderem besteht als aus kleinen Ängsten, großen Hoffnungen und vielen Geheimnissen, die den eigenen ähneln, ohne ihnen zu gleichen. Die Folgerichtigkeit liegt mir nicht, damit müssen Sie sich abfinden. Oder auch nicht. Was auch immer.

Es fällt mir nicht leicht über mein Leben zu sprechen, weil es nicht nur mich selbst betrifft, sondern auch diejenigen, die ich liebe und hasse. Wobei „hasse“ ein viel zu großes Wort ist, deshalb steht „hasse“ auch an zweiter Stelle. „liebe“ ist natürlich auch ein viel zu großen Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Sehnsucht, die mich leben lässt. Ich werde also meine besten Freundinnen und Freunde entführen, an die Orte meiner Kindheit, an die Orte des Schreckens und der Freuden, an die Orte der Tränen und des Lachens und an die Orte der Sehnsucht. Jene Orte, wo ich nie gewesen bin. Wo es mich nicht gegeben hat. Wo es kein Ich gegeben hat, wo alles immer neu erfunden werden musste, ohne im nächsten Moment noch irgendeine Form von Gültigkeit behaupten zu können.
Es gab die Idee, die Texte auf Corpus zu veröffentlichen, aber diese Idee macht mir Angst, weil die Texte roh sind wie rohes Fleisch. Blutig, offen und hingestreckt. Das werden Sie so nicht lesen wollen, denke ich mir, in dieser unentschiedenen Form, in dieser maßlosen Intimität, vor der ich mich selber fürchte. Vielleicht genügt es, wenn ein Mensch diese Texte gelesen hat. Vielleicht ist jeder weitere zuviel. Ich gebe es ja zu: Ich fürchte mich vor meinen eigenen Texten, oder besser gesagt: Ich fürchte mich vor dem Moment, an dem Sie diese Texte lesen werden, ohne mich zu kennen, und glauben, sich selbst darin zu erkennen, und etwas darin lesen werden, das ich so nie gemeint habe. Aber: Ich kenne Sie nicht und ich habe keinerlei Einfluss darauf, wie Sie meine Texte lesen werden, und im Grunde muss es mich auch überhaupt nicht kümmern, weil der Text sowieso nichts mit mir zu tun haben wird, am Ende, wenn Sie ihn lesen werden. Da hat er dann mehr mit Ihnen als mit mir zu tun, auch wenn sie vielleicht glauben wollen, dass dieser Text etwas mit mir zu tun hat, weil ich hier scheinbar über mich selbst spreche.

Aber trösten Sie sich, auch mir passiert diese Verwechslung andauernd. Immer wieder falle ich auf meinen eigenen Text herein, glaube, dass der Text etwas mit mir zu tun hat, glaube, dass ich diese Person bin, über die hier gesprochen wird. Glaube, dass ich das so erlebt habe. Dabei ist alles Erfindung. Erinnerung ist die Erzählung der Erzählung der Erzählung und am Ende wird immer alles so gewesen sein, wie es nicht war. Wir sind nicht mehr die, die wir waren, und selbst die Orte, die einst vertrauten, erkennen uns nicht wieder, haben selbst ihr Gesicht verloren. Wozu sich dann erinnern? An die Momente der Angst und der Zärtlichkeit. Erinnern, um sprechen zu können. Erinnern, um dem Schweigen zu entrinnen. Erinnern, um Geschichten erzählen zu können. Erinnern, um zu erkennen. Erinnern, um erkannt zu sein. Erinnern, um zu vergessen. Nur das Vergessenen kann erinnert werden. Erleichterung. Ich würde es Ihnen und mir ja gerne leicht machen, zur allgemeinen Erleichterung könnte ich zum Beispiel sagen: Hier geht es um nichts. Die Orte des Schreckens sind, wo wir nicht sind. Und es ist ja tatsächlich so, alles schon passiert, gewesen und vergangen. Jetzt sitze ich in meiner kleinen Küche und tippe eifrig kleine schwarze Buchstaben in meinen Computer und freue mich an dieser Tätigkeit. Schreiben hat etwas durch und durch Erfreuliches. Es umgibt mich eine Stille, und in diese Stille hinein klappern die Tasten. Es wäre schade, wenn irgendwann auch diese Tasten kein Geräusch mehr von sich geben würden. Außerdem atmet mein Computer, ein sehr prägnantes Rauschen begleitet seinen Atem, aber dieser Atem kennt leider nur eine Richtung, kein Kommen und Gehen, quasi omnipräsent in seiner Gleichförmigkeit, ein einziges langes Ein- oder Ausatmen, da bin ich mir nicht ganz sicher. Mein Computer ist ein Laptop. Dieser Laptop steht auf meinem kleinen Küchentisch, neben mir brennen zwei Kerzen. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie das geht: an einem Text dranbleiben, weil ich dauernd abschweife und das viel interessanter finde als das Dranbleiben. Dranbleiben ist genauso ermüdend wie folgerichtige Erklärungen. Weil mir der Wille zur Karriere abhanden kam, habe ich auch immer weniger Lust dazu, zu tun, was von mir verlangt wird. Unhinterfragt und willenlos.

Anerkennung. Es ist mir gleichgültig, ob Sie mit dem, was ich hier schreibe, etwas anfangen können oder nicht. Ich will mich darum nicht kümmern müssen. So einfach ist das. Ich bin einfach froh, dass ich hier sitze und schreiben kann. Mehr braucht es nicht zum Glücklichsein. So banal das klingen mag. Ich schreibe, weil es mich glücklich macht. Auch wenn ich über Dinge schreibe, die schrecklich sind. Das macht gar nichts, denn hier bin ich in Sicherheit. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass diese Form von Sicherheit, genauso fragil ist, wie jede andere. Andere richten sich eine Wohnung, eine Beziehung oder eine Karriere ein, ich richte mich zwischen den Wörtern ein. Baue mir ein behagliches Nest, begleitet von dem Daueratem meines Computers und dem Klappern der Tasten. Für die Schultern und Handgelenke ist dieses Einrichten etwas anstrengend, auch die Augen werden müde und mein Arsch wird vom vielen Sitzen und vom langsamen Altern etwas schlapper. Aber das alles kann ich gut und gerne in Kauf nehmen für die Geborgenheit, die mir diese kleinen schwarzen Buchstaben vermitteln. Alles Schreckliche sagen dürfen und nichts passiert. Und sollte doch etwas passieren, dann sicher nicht deshalb, weil ich hier sitze und schreibe. Ich werde mich nicht umbringen, weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit meiner Not und meiner Freude. Ich bin umgeben von unzähligen, bereits stattfindendenden Alternativen zum herrschenden System. Ein System das Erfolg und Leistung fordert und Menschen dazu bringt, sich umzubringen. Ich werde mich diesem System nicht beugen. Die Alternative heißt: versagen. Ich habe das Recht zu versagen. Die Intensität des Zufälligen/des Details/des Abwesenden (Ilse Aichinger). Ich versuche zu ergattern, was nicht da ist (Gert Jonke).

Barbar/a Schopper. Stottert und kommt aus der Fremde (Dunkelsteinerwald), gilt als unkultiviert und grausam. Diese Zuschreibungen, haben nichts mit Barbar/a Schopper zu tun, sondern kommen aus der Angst und dem Misstrauen der Fremden und ihrem fremden Stall/Geruch gegenüber. „Bei Hardt/Negri kommt der Barbar (nicht Barbar/a) sogar explizit vor und steht als Metapher für die globalisierungskritische Bewegung. Sie haben die etwas romantisch-verklärende Sicht, dass diese Gruppen, von einem metaphorischen Außen kommend, die Welt verbessern.“ „Bei Agamben und seinem „Homo sacer“, dem auf nacktes Leben reduzierten Vogelfreien, steht die dunkle Seite des Begriffs im Vordergrund.“ Barbara Kraus. Existiert nicht. Gleicht einem seltsamen Phantom, das einige glauben zu kennen, aber wirklich gesehen hat sie noch niemand. Wird ohne ihr Wissen im Alter von elf Jahren adoptiert. Aus Schopper wird Kraus, deshalb ist sie nicht mit K arl Kraus verwandt. In Wien gibt es mehrere Barbara Kraus, mindestens zwei davon sind im Bereich der darstellenden Kunst tätig. Barbara Kraus ist nicht Barbara Kraus. Ex-Performerin. Ex-Geliebte. Ex-Coabhängig. Ex-Köchin. Ex-Gärtnerin. Ex-Putzfrau. Ex-Klosterschülerin. Ex-Katholisch. Ex-Sehnsüchtig. Ex-Liebesunglücklich. Ex-Dunkelsteinerwaldbewohnerin. Ex-Schopper. Übt sich als anwesende Abwesendheit und bemüht sich um erweiterte Gruppentauglichkeit. Besucht in dieser Funktion Selbsthilfegruppen für erwachsene Kinder von Alkoholikerinnen und Alkoholikern und buddhistische Meditationsretreats. Soziale, ökologische und politische Themen sind ihr ein besonderes Anliegen, aber in der öffentlichen Meinung gilt sie nach wie vor als radikal, feministisch bis divaeske Individualperformerin. Hohe Projektionsflächentauglichkeit führt zu nachhaltigem und grundsätzlichem Missverstandensein. Aber damit kann sie in aller Stille und Zurückgezogenheit gut umgehen. Gelingt ihr weniger gut in halböffentlichen Smalltalksituationen, die sie nach Möglichkeit meidet und wird deshalb von manchen als arrogant, unnahbar und schwierig eingeschätzt. Barbara Bergmann. Hat es nie gegeben. Ihr Vater Engelberth Bergmann nimmt ihre Existenz zur Kenntnis und verabschiedet sich dann kurzfristig. Barbara Bergmann ist nicht mit Ingmar Bergman verwandt. Ihr Vater kannte seinen Vater auch nicht. Deshalb gibt es in dieser Generationenfolge keine verlässliche Quelle für den „richtigen“ väterlichen Namen. Mit fünfzehn träumt Barbara Bergmann, dass Franz Kraus nicht ihr richtiger Vater ist. Franz Kraus hat Barbara Schopper adoptiert. Barbara Schopper lernt Franz Kraus im Alter von zwei Jahren kennen. Von ihrer Mutter und ihrer Mama (Barbara Schopper hat Zieheltern: die Schwester ihrer Mutter und deren Mann), kurz, von ihrer Familie wird ab diesem Zeitpunkt des ersten Zusammentreffens behauptet, dass Franz Kraus ihr Vater ist. Für Barbara Schopper ist die Schwester ihrer Mutter, Maria (nennt sich Mimi) Pichler (geb. Schopper), ihre Mama und deren Mann Rupert Pichler ihr Papa. Ihre Mutter Aloisia (nennt sich Lilly) Schopper ist für Barbara Schopper ihre Goli (was für Tante steht). Ich weiß, das ist alles sehr verwirrend, muss aber kein Anlass für Kopfzerbrechen sein, weil es Barbara Bergmann sowieso nie gegeben hat. Außerdem sind das hier Kurzbiografien, d.h. später werden alle diese verwirrenden Umstände, wenn schon nicht aufgeklärt, dann zumindest etwas näher beleuchtet werden können. xxx. Hat keinen Namen. Möchte schreiben. Schreibt auch. Singt gerne laut, falsch und schön. Ist glücklich. Macht sich keine Sorgen. Hat ein großes Herz mit viel Platz für Freundinnen und Freunde. Ist phantastisch. Etwas realitätsfern. Bemüht sich um Verständnis für „Dinge, die wir nicht verstehen“. Würde gerne studieren. Hat keine Matura. War und ist gegen autoritäre Systeme (z.b. Schulsystem). Würde trotzdem gerne studieren: Philosophie, Geschichte, Literatur, Germanistik (aber nur wegen Wendelin Schmidt-Dengler und wegen Wolfgang Dangl). Liebt Bücher und einsame Tätigkeiten: schweigen, alleine im Wald oder beim Wasser sein, schreiben, lesen und viel gehen. Wünscht sich eine Familie. Mag und kann gut mit Kindern, aber hat Angst davor, in einer Kleinfamilie eingesperrt zu sein. Pflegt vielfältige Freundschaften und Wahlverwandschaften. Kann und will sich trotzdem nirgendwo so richtig einordnen und zugehörig fühlen. Gehört sich selbst und allen, die sie haben wollen. Nicht für immer. Aber immer öfter. Hat zum einundvierzigsten Geburtstag, genauer gesagt am 4.03.2007 die Liebe des Lebens getroffen. Am 8.03.2007 dem internationalen Frauentag lädt die Liebe des Lebens zum Essen. Am 9.04.2007 feiern sie gemeinsam mit Freundinnen und Freunden den einundvierzigsten Geburtstag von xxx. Über bedingungslose Liebe wird xxx eine eigenes Kapitel schreiben, in das Buch das es noch nicht gibt, aber bald geben wird. „Denn hättet ihr alles aber die Liebe nicht...“ xxx könnte mit Robert Steijn verwandt sein, Indien bereist haben, ein durchgeknallter Liebesjunkie sein, aber nichts davon stimmt zur Gänze und die Zeit wird alles offenbaren, was wir jetzt noch nicht wissen können und dürfen. Sethi. Siebtes Galaxienwunder. Liebevolle Wesenheit. Kommt von einem anderen Planeten, besucht die Erde, weil es Mitgefühl mit den leidgeplagten Erdlingen hat. Trifft Menschen, berührt sie und spricht mit ihnen. Stellt drei Fragen, die lebensnotwendig sind, und geht dann wieder. Besonderes Kennzeichen: schwer verständliche Sprache, aufgrund eines ungenügend erfolgten Stimmtransfers während des vorletzten Beamvorgangs von Sethis Planeten auf die Erde. Gemeinsamkeiten.
Sprachschwierigkeiten. Barbara Schopper traut sich nicht zu sprechen, hört zu (und weg). Barbara Kraus ist nicht Barbara Kraus ist nicht Barbara Schopper muss hochdeutsch lernen. Barbara Bergmann kann nicht sprechen. xxx will lieber schreiben als sprechen. Sethis Sprachschwierigkeiten sind eine vertrauensfördernde Strategie in Sachen Glaubwürdigkeit. Fiktion. Alle Personen, über die hier gesprochen wird, sind fiktiv. Jeder Versuch, sie an einer Ihnen bekannten Person festzumachen, ist Teil Ihrer kreativen Imaginationsfähigkeit, sollte aber nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden. Außer Sie leiden gerne an zunehmendem Realitätsverlust. Verwirrung. Die Verwirrung über die mögliche Identität von Barbar/a Schopper, Barbara Kraus, Barbara Bergmann, xxx, Sethi und der weiteren hier nicht angesprochenen Personen ist einerseits biografisch-systemimmanent und wird andererseits zum künstlerischen System erklärt, um etwaigen Zu- und Rückgriffen, Fixierungen und Handhabungen, ein für allemal der Halt- und Bodenlosigkeit preiszugeben.