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THE WIENER STUWERVIERTEL AS A THEATRE PROVIDED BY BRUT. ON A PUBLIC SECRET SERVICE.
Composed by Captain Carey in collaboration with the media.
Sie sind bereit. 24. September 2009, 17 Uhr. Captain Carey und J. F. tragen geeignetes Schuhwerk. „X Wohnungen“, ein brut-Projekt. Eine Tour durch Wohnungen in einer Gegend, in der das Soziale Risse zeigt, Falten wirft, in der Gegensätze ineinander fließen. Der Treffpunkt heißt Restaurant Santo. C.C. und J.F. erhalten Wegbeschreibungen, keine Pläne. Sie scheinen darin übereinzustimmen, dass sie den Handlungsanweisungen folgen werden, so lange sie das Gefühl haben, damit das Richtige zu tun. Die Handlungsanweisung ist eine Schrift, die vorgibt, wohin die TourengeherInnen sich bewegen sollen. J.F. raucht eine Zigarette. C.C. dringt ins Santo ein.
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SANTO: C.C. fotografiert ein Schriftstück. „Vingança“ (port.) heisst Rache. Als C.C. dieses Material später vorweist, weiss J.F. sofort, dass dies nicht die Speisekarte des Restaurants ist. C.C. betreibt ein luziferisches Doppelspiel. Er verweist auf Simon Templar und Daredevil, und nichts wird so gewesen sein, wie es vorgeführt worden sein mag. Der Heilige tanzt sein Tänzchen. Auf der Tischplatte sind die Spuren eines aufgebrauchten Genusses zu sehen.
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SANTO: Wenn du deine Wohnung verlässt, um draussen einer Spur nachzugehen, gerätst du in Versuchung, das Verlassene als Fiktion wiederauferstehen zu lassen: zum Beispiel in einem Café, in einer Bar oder in einem Gasthaus. Die Wohnung ist jene Illusion, die du dir einrichtest, um dir einbilden zu können, du hättest einen Platz in der Welt. Du bezahlst deine Miete wie eine Zeche. Dieses Theater funktioniert, so lange du im Stück mitspielst. Aus der Illusion in die Fiktion.
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| TRACK: Das Trottoir ist eine Anweisung: Hier sollst du gehen. Und es ist Träger urbaner Dynamik: Jede Straße der Stadt ist von Gehsteigen gesäumt und diese von Kubaturen. Die Kubaturen werden von Handlungen bewohnt, die sich auf Gehsteige und Straßen ergießen, die Brücken zwischen den Kubaturen bilden. In allen sichtbaren Elementen ist Arbeit geladen.
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TRACK: Die Geraden werden als Argumente dafür gebaut, dass alles seine Ordnung hat. Sie dienen der Beruhigung. Die Überbrückungsvorgabe über die Gerade ist eine Anweisung für ein Entweilen ihrer Nutzer: Bleibe nicht stehen, halte dich nicht auf, du hast einen Weg, erkenne dein Ziel und strebe es an. C.C. und J.F. folgen den Anweisungen, denn sie sind neugierig.
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RITE DE PASSAGE: Liliom ist der Titel eines Theaterstücks des ungarischen Dramatikers Ferenc Molnár, für die deutsche Bühne bearbeitet von Alfred Polgar als „Vorstadtlegende in 7 Bildern und einem szenischen Prolog". (Bei Luzifer ist noch ein Bettchen frei!)
Liliom (Frankreich/Deutschland, 1934) von Fritz Lang, mit Charles Boyer, Madeleine Ozeray, Florelle, Pierre Alcover, Rosa Valetti, Antonin Artaud in einer Nebenrolle als Scherenschleifer.
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Liliom, Jahrmarktsausrufer bei einem Karussellunternehmen, ist ein ebenso charmanter wie leichtsinniger Vorstadt-Casanova. Er gibt seine Stellung wegen des Dienstmädchens Julie auf, das ein Kind von ihm erwartet. Arbeitslos und ohne Zukunftsaussichten, lässt er sich zu einem Raubüberfall verleiten. Der Plan misslingt, auf der Flucht vor der Polizei begeht Liliom Selbstmord. Erst nach 16 Jahren im Höllenfeuer darf er schließlich in Begleitung zweier Engel seine Tochter besuchen.
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| HIDE: Dr. Jekyll und Mr. Hyde sind unzertrennliche Freunde. Jekyll spielt Hyde, und Hyde spielt Jekyll, das ist normal. Sobald Hyde die Rolle des Hyde annimmt, schaut Jekyll als Jekyll der Spiegelung seiner Rolle zu, der er nachspürt, um das andere in sich besser zu verstehen und gegebenenfalls besser verleugnen zun können. C.C. versteckt sich. Im Schein der Taschenlampe erstarrt sein Gesicht. Anat Stainberg in der Maske von Robert Louis Stevenson hat eine Untersuchung als Durchsuchung inszeniert. Die Maske aber ist ein Portrait von Mr. Hyde.
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SEEK: Die Gespenster liegen auf dem Tisch. J.F. lebt in einer Wiener Wohnung, die, wie er sich manchmal vorstellt, „arisiert“ worden sein könnte. Im Fernsehen sieht J.F. Berichte von Pogromen der Gegenwart. Er sieht, wie Europa Menschen im Mittelmeer tötet. Er sieht, dass Menschen, die den Boat People im Mittelmeer helfen, der Prozess gemacht wird. Wie Flüchtlingslager mit Baggern niedergewalzt werden. Dass Tierschützer verhaftet werden. Dass die Glühbirne verboten wird. Und das Rauchen auch. J.F. sagt: „Wir werden auf dem Laufenden gehalten. Ein kleines Mädchen bleibt unentdeckt.
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| BURNING DOWN THE HOUSE: Das Mädchen, das C.C. und J.F. in diesem Stiegenhaus begegnet, antwortet auf die Frage, ob es hier einmal gebrannt habe, mit: Nein, nein, das ist nur einfach ein altes Haus. Sie will die Gäste in ihrem Haus beruhigen.
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ANN LIV YOUNG: Du wirst dich so lange in deiner Schuld spiegeln, bis dich der Herrgott vergewaltigt. Dann wirst du sagen, es war die Liebe des Schöpfers. Dein Dolch ist der Rasenmäher deines Glücks. Du nimmst den Schleier und die Stärke, ihn zu falten.
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| WHAT HAPPENED WITH THE COOK? J.F. isst ein Schälchen Zwiebelsuppe. Als es an seiner Wohnungstür klopfte, ist Egon Friedell aus dem Fenster gesprungen. Am 16. März 1938. |
I LIVE IN THE SAME HOUSE. DON'T ASK ABOUT THE CHILD. Im Herzen des Besuchers sind Zeichen geschrieben. Sie erzählen vom Sichniederlegen der Lust.
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| POLTERGEIST: Eines Tages ist Herr P. verschwunden. Als sie sein Grab öffneten, war es leer. Seither kratzt es an den Wänden der Kirchen. Wir zählen auf: einen Ankläger (Satan), einen Lichtbringer (Luzifer), einen Heiligen Geist (das Tauberl). Einen Vater. Einen Sohn. Es werde Licht. Auftritt der Rolle. Eine göttliche Komödie. Und J.F. hat gestern mit Thalia telefoniert.
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POST: Wenn die Kunst ihre abgestandenen Wohnungen verlässt, wenn das Theater aus seinen aufgebrauchten ästhetischen Internierungslagern ausbricht, dann versteigt sich der Blick: C.C. und J.F. halten für einen Moment inne. In der Performance der Briefkästen schickt eine Gesellschaft Nachrichten darüber, wer welchen Wert verkörpert.
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| EINHORN: Wer an die Liebe glaubt, inszeniert sie sich auch: Ich küsse dich wie einen Buchrücken, ich ziehe dich aus dem Regal, ich schlage dich auf, der du dich an deinen Nachbarn lehntest, ich lese aus dir meine Geheimnisse.
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SECRET SERVICE: C.C. und J.F. sind zu Hause angekommen. Dieses von Anke Philipp und Doris Dziersk mit dem Nötigen versehene Heim in der Ausstellungsstraße 31 enthält alle Informationen, die die Agenten benötigen. Von jetzt an wird alles leicht sein.
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