Im zweiten Teil des corpusThemas „Dancing the Dance“ untersucht Annette Hartmann den Erfolg von Pina Bauschs Le Sacre du Printemps unter dem Aspekt neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. Und Nicole Haitzinger nimmt die Spur des Frühlingsopfer-Themas als Ikone der Tanzmoderne auf – von der initialen Nijinsky-Version von 1913 bis herauf bis zur jüngsten Gegenwart mit Raimund Hoghe, Xavier Le Roy und Chris Haring. Im Dialog mit Jack Hauser erörtert Haitzinger weiters das Eingespanntsein des Tanzes zwischen Regimes, Diskursdynamiken und Kannibalismus. Der Chemiker Anton Tichawa erörtert Gleichzeitigkeiten von Tanz und Quantenmechanik. Und eine corpus-Umfrage läßt KünstlerInnen und PädagogInnen – Andrey Andrianov, Rosemary Butcher, Julyen Hamilton, Susan Klein, Jeremy Krauss, Steve Paxton und Linda Rabin – über ihre Bezüge zur Kinästhesie zu Wort kommen, deren wissenschaftliches Konzept sich mit der jüngeren Hirnforschung verbindet.
In diesen fünf Texten deuten sich Systeme an, aus deren Perspektiven der Tanz heute zu untersuchen ist. Stand in Teil 1 von „Dancing the Dance“ die in Zusammenhänge des zeitgenössischen Tanzes eingebettete Philosophie im Vordergrund, so wird das Untersuchungsvolumen nun um diesen Kern herum in Bewegung gesetzt: Hochspezialisierte Körpererfahrung kann hier mit den elaborierten wissenschaftlichen Erkenntnismethoden der Quantenmechanik (Tichawa) zusammengelesen werden und überschneidet sich aus diesen antipodisch erscheinenden Perspektiven heraus mit Rezeptionsforschung (Hartmann) und weitreichenden Ansätzen kultureller Reflexion (Haitzinger und Hauser).
Als Bonus-Track sendet das im ersten Abschnitt von „Dancing the Dance“ mit über 4000 Zugriffen so beliebt gewordene corpusFernsehen CBD A* ein Sonderprogramm zu den Texten von Teil 2.
Der dritte Teil dieses im Rahmen von ImPulsTanz 2010 begonnenen Themenschwerpunkts wird Ende des Monats erscheinen. (corpusRedaktion)
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