°.°: Dance (Inside Paper):051008

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Grober Plot

Composed by Captain Carey in collaboration with the media.

Ein Container voll mit Dollarnoten (Malteserfalke), der in den Irak kommen sollte, aber entwendet wurde. Mit Peilsender. Auftrag: Weg des Containers mit GPS am Computer zu verfolgen. Andere klinken sich ein. Schließlich in Vancouver (Canada) Showdown.

Während der Suche trifft die Protagonistin einen Künstler, Teil einer neuen Kunstrichtung. Mit Hologrammen werden Unglücksfälle oder Selbstmorde von bekannten Persönlichkeiten (Heath Ledger?) nachgebildet.

Holodeck von Star Trek. Wild Palms von Oliver Stone. E.Th.A. Hoffmann (unspezifiziert). Spook Country von William Gibson.

Und wenn sich statt Dollarnoten im Container (dem Holodeck der Enterprise) Gespenster befänden von: Hoffmann in der Flasche, Captain Picard, Jack Hauser, Andrei Andrianov, Inge Kaindlstorfer, Data, David Ender, Katherina Zakravsky, Andrey Dergatchev, Oleg Soulimenko, Annette Pfefferkorn, Amadeus Kronheim, Markus Schinwald?

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Peter Wyngarde ist Schriftsteller. Er arbeitet als Partner bei Department S in London und Paris. Dieser Peter ist stolz auf seine Familie. Mit seiner Frau Grace und den Kindern Cathy und Cody führt er ein glückliches Leben. Doch das ändert sich schlagartig, als eines Tages Peters Jugendliebe Paige Katz auftaucht. Durch sie erlebt er rätselhafte Geschehnisse von Rhinozerossen bis hin zu blutigen Alpträumen. „Das Rhinozeros ist die letzte minimalistische Version des Einhorns," sagt er im Film.

Was gespenstisch ist: Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum verschwimmen. Erst spät – fast zu spät – begreift P., dass er zwischen die Fronten politischer Gegner geraten ist. Er fühlt sich hilflos und dem Ränkespiel ausgeliefert. Was er nicht begreifen kann: Wer hat Interesse daran, ihn als Gespenst zu benutzen? Sind es die Freunde, die im politischen Underground leben, oder sind es die Väter, die mit brutaler Gewalt die Macht an sich gerissen haben? Dieser Symbolismus steht tatsächlich so da.

Oder ist es der ehemalige Science-Fiction-Autor, der mit seiner Lehre von den Noraiotics einen Einfluss auf die Menschen ausübt?

Und es gibt eine zweite Realität neben dem, was wirklich ist.

Eine bedenkliche Aussage.

Auf dem Heimweg schlüpfte er in das alte Beverly Wilshire. Es gehörte jetzt den Japanern. Er erinnerte sich, wie er als Junge einmal in der Lobby des Hotels Gene Wilder mit einem Schaf im Arm gesehen hatte - offenbar wurde plötzlich ein Woody-Allen-Film gedreht.

Um ihn herum war immer etwas los, das mit Film zu tun hatte. Einmal fuhr er mit seinem Stingray irgendwo am Großglockner vorbei und sah, wie sie Luis Trenkers „Blaue Berge“ von Leni Riefenstahl projizierten. In Cinemascope.

Es fiel ihm schwer, in Fahrt zu kommen. Er dachte immer an die wahren Verbrechensopfer und die Bemerkungen, die sie den Berichten zufolge gemacht hatten, während sie vergewaltigt, verstümmelt und ermordet wurden. Verrückte kleine ausdruckslose Sprüche wie „Der wahre Maler der Zukunft wird ein stummer Dichter sein, der nichts schreibt, sondern der ohne zu sprechen schweigend ein immenses, grenzenloses Gemälde erzählt.“ (Das ist nicht Jack Hauser, sondern Yves Klein.)

Gelegentlich hatte er, wie eben, kleine „Episoden“, begleitet von milden „Halluzinationen“. Sein Arzt nannte sie „Fehlzündungen“. Ich nenne sie „Krautschüsse“.

Das zu opfernde Mädchen aus „Sacre“ und ihr Freund, der „Russe“ aus „Petruschka“, waren wahrscheinlich ganz dick drin. Die Frau neben ihm sprach plötzlich: „Sie sind doch der Agenturtyp, nicht?, der Artificial-Intelligence-Professor, der den Zusammenbruch hatte bei den Wiener Festwochen 2000 in den Sofiensälen. Wie hieß die ‚Performance‘ nochmal? Das Publikum wird sich selbst auffällig, richtig?“

Später diese Woche erlaubten sie ihm, ins „Tanzquartier“ im „Museumsquartier“ zu gehen. Er traf eine alte Flamme. Sie war geschockt, ihn da zu sehen. Das war natürlich nicht ernst gemeint gewesen, aber sie nahm es wirklich ernst (und wurde dadurch sich selbst auffällig).

Wenn auch gestern sie im Rahmen der Nachbarschaft gleichzeitig bekannt und anerkannt war durch die Wiederholung, den Ritus von Zusammenkünften und Demonstrationen, so wird sie nun mit der Revolution des Transportes zum Gespenst, das man höchstens zufällig wiedersieht. Die kinetische Gewöhnung an das Verschwinden des Vertrauten hat den Charakter einer sozialen Scheidung: Passant, Reisender, die physische Gegenwart des Ähnlichen verliert ihre Realität zugunsten eines „Markenzeichens“ (zum Beispiel „Hembert“).

Das Theater wird ein obskurer Raum, ein Kino.

Zum Beispiel „Fantômas“. In der nächsten Sitzung 8 Tage später, in der sich der Vekündung gemäß der nämliche Geist wieder meldete, kamen auf drängende Fragen über den Ursprung der Werke noch folgende Niederschriften: „Schublade Schreibutensilien jetzt enthält – – Wirtschaft von mir doch nicht mehr da – – ein paar vergessene Weise seit Jahren für euch Bestimmung denn Geschehendes.“ (Abb. 1: Das seltsame Lucenser Gespenst nach einem alten Stich.)

Der älteste Versuch, die verschiedenen Arten der Medien zu klassifizieren, stammt von dem Spiritisten Kardec. In seinem 1861 erschienenen Buch Le livre des mediums unterscheidet er: die physikalischen Medien, die Laute und Bewegungen lebloser Gegenstände hervorrufen; die sensitiven Medien, die die Gegenwart der Geister empfinden; die Hörenden, welche die Geister hören; und die Sehenden, die sie sehen. Die redenden Medien sind die, durch deren Vermittlung die Geister auf dem Wege des Wortes sich kundgeben, die Schreibenden heißen die, mit deren Hilfe die Geister schriftliche Mitteilungen machen.

Insert: Teleplasma – aus dem Körper der Medien unter Äußerungen heftiger Schmerzen, den sogenannten „mediumistischen Wehen“, austretender Stoff, der sich aus nebelartigem Zustand allmählich oder auch plötzlich zu festen gallertartigen Bildungen verdichten kann.

Auch ich bin eine solche gallertartige Bildung?

Spintisist.

„Ich erkläre dir jetzt gleich noch einmal was von den Gespenstern“, behauptete sie mit mesmeristisch-magnetistischem Eifer und kratzte sich augenfällig an der rechten Brust: „Wie jeder weiß, haben auch Tiere Geisterwahrnehmungen – vornehmlich Rhinozera (-i? -en? -ôs?). Hypnose eines Raubvogels zum Beispiel. Oder zum Beispiel die plötzliche Erkenntnis des Tanzquartiers durch einen bislang hastig vorbei eilenden Hund.“ (Zum Beispiel noch ein schönes Photo.)

Einspielen von Gespensterstimmen

a) Einspielung ohne Träger

Zu diesem Zweck stellen Sie Ihr Tonbandgerät einfach auf Aufnahme, stellen eine Frage in normaler Lautstärke und lassen das Band ca. 20 Sekunden für eventuelle Antworten laufen.

b) Einspielung mit Träger

Als Träger verwendet man Radioprogramme (in Fremdsprache), Fremdsprachenkassetten, Stimmengemisch aus mehreren Radios (z.B. Pierre Schaeffer). Auch Gesangsstücke oder Solaris eignen sich vorzüglich.

c) Einspielung mit Radiodirektanschluss

In diesem Fall wird der Cassettenrecorder mittels Verbindungskabel über die Eingangsbuchse mit dem Radio verbunden. Hier bleiben die Fragen nur gedacht, da zwischenzeitliches Umstecken ans Mikrophon äußerst umständlich ist.

dora) Einspielung mit verschiedenen Hintergrundgeräuschen

Hier werden statt des Radios die verschiedensten Geräuschkulissen verwendet, wie zum Beispiel Wasserrauschen, Applaus, Zählen von Erbsen in einem Karton, … Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Abhören von Gespensterstimmen (FBI CIA NSA PSA)

Erster Durchgang: Hören Sie in kleinen Etappen das Band ab. Jede Etappe wird fünf- bis sechsmal wiederholt.

Zweiter Durchgang: Zwischen dem ersten und zweiten Durchgang sollten Sie sich mindestens eine Stunde lang mit etwas Anderem beschäftigen, da diese Stimmen einem ziemlich lange in den Ohren liegen.

Dritter Durchgang: Diesmal hören Sie in größeren Etappen ab und konzentrieren sich nicht mehr auf einzelne Silben. Lassen Sie die Aufnahme einfach im Vordergrund vorbeirauschen und hören Sie mehr in den Hintergrund hinein, etwa so, als stünden Sie in einem Bahnhofswarteraum und warteten, dass „jemand“ Ihren Namen riefe. Manchmal sind es auch mehrere zugleich.

(Gedankenpause)

Sollten Sie nach diesem dritten Durchgang noch keine einzige Stimme notiert haben, so seien Sie derenthalben nicht entmutigt. Löschen Sie zum Beispiel das Band nicht. Legen Sie es weg und wiederholen Sie nach einigen Tagen diese Prozedur. Sie werden schon sehen. Und Sie werden etwas zu hören kriegen.

Miryam (gespielt von einem lebendigen Gespenst meiner gegenwärtigen Vergangenheit) sagt: „Ich bin ganz sicher.“

Ich (gespielt vom Theater aus dem Geist der Musik) sage: „Ich bin ganz unsicher.“

Das Interface ist hier, jetzt und sofort. Genau in dem Moment, in dem ich mit dem virtuellen Werk in Kontakt komme, kommen die Zeit, die Leere und der Ort ins Schwanken, da sie plötzlich körperlich werden. Aber dieses Schwanken fügt zu ihrer unkörperlichen Natur nichts hinzu und nimmt ihr nichts weg. Ganz im Gegenteil, diese Umkehrung oder dieses Schwanken ist das Zeichen dafür. Weil die Zeit, der Ort, die Leere und das Ausdrückbare unkörperlich sind, können sie Körper aufnehmen und sie dem Internauten zur Verfügung stellen, wenn dieser sich interfaced. Kurz gesagt: Das Interface bringt das Körperliche im Unkörperlichen zum Schwanken, und genau da ist seine eigene Poetik angesiedelt. Cyberspace and Cybertime.

Paige Katz, früher Rockstar, schlägt sich als Journalistin durch. Als sie für ein geheimnisvolles Magazin angeheuert wird, über Medienkunst zu schreiben, begreift sie schnell, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht: Das Gespenst ist schon hier, es ist nur sehr ungleichmäßig verteilt.

Jetzt war Schweigen an seinem Ender der Lämmer. „Aber wir sind am Telefon, oder?“

Das Netz der Telefonie

Alles digitalisiert und alles, so musste er sie oder es annehmen, abgehört. Von wem oder was auch immer die Art von Dingen getan wurde, in die Big Ender bei seinen Geschäften die Nase hineinsteckte. Irgendwo, musste er sie es jetzt erkennen, waren diese Dinge nur allzu real. Und hauserte magnetisch-mesmeristisch im Quellcode eines heranziehenden Unwetters.

agrippa.english.ucsb.edu/