Freitag der 24. in Slowenien

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EINE REGIERUNG ALS KULTURKILLER

Der Europäische Flächenbrand der Kulturvernichtung durch sogenannte „Einsparungsmaßnahmen“ breitet sich schneller aus als erwartet. Nun beteiligt sich auch die slowenische Regierung mit Premierminister Borut Pahor und Kulturminister Franc Križanič (beide SD) an der Zerstörung europäischen Kunstschaffens – durch die Streichung von 38 Millionen Euro in ihrem Kulturbudget. Die Entscheidung darüber soll am Freitag, dem 24. Juni fallen.

Dieses durch nichts zu rechtfertigende Vorgehen trifft auch hier, wie in den Niederlanden, die Live-Kunstformen am empfindlichsten, weil ihnen alternative Finanzierungsmöglichkeiten weitgehend verschlossen sind. Betreffen die Budgetkürzungen doch nicht nur die Kunstschaffenden, sondern auch ihre Distributoren: Veranstaltungshäuser, Festivals und diskursbildende Einrichtungen.

Staatliche Selbstköpfung

Erstaunlich ist die Kurzsichtigkeit dieser Maßnahmen. Wo KünstlerInnen ihrer Arbeitsmöglichkeit beraubt werden, müssen sie die Möglicheiten der Sozialbudgets ihrer Länder ausschöpfen, um überleben zu können. Sie werden ihre kommunikativen Potenziale nicht mehr als kulturellen Mehrwert zur Verfügung stellen können, von dem ihre Administrationen direkt oder indirekt profitieren.

Investitionen vor allem in Gegenwartskultur erbringen – und dies scheint die dafür zuständige Politik nicht zu begreifen – kurz-, mittel- und langfristig einen beachtlichen materiellen und immateriellen Gewinn an Umwegrentabilität, denn sie werden dem Wirtschaftskreislauf nicht zur Vermögensbildung entzogen, sondern zur Wertvermehrung auf mehreren Ebenen eingesetzt.

Anstatt also stärker und auch intelligenter in experimentelle künstlerische und kreative Potenziale zu investieren und von deren vielfältigem Rückgewinn zu profitieren, stürzen sich immer mehr europäische Staaten in kulturelle Rezessionen. Arme Staaten. Sie könnten gar nicht kopfloser agieren, sie könnten gar nicht offensichtlicher stolpern, und sie könnten sich gar nicht konsequenter von ihrer eigenen Zukunft abwenden. (arctor)


(23.6.2011)