Krücken für alle?

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WAS IN DER BILDUNGPOLITIK FALSCH LÄUFT UND WIE ES BESSER GEHT

Das engagierte Projekt „I Like to Move It Move It" von Linz09 fand in einem Jahr der heißen Diskussionen statt: Die Lehrer streikten, Universitäten wurden besetzt. Der Philosoph Robert Pfaller und „I Like to Move It Move It"-Mitinitiator Guido Reimitz diskutieren über die Hintergründe der Bildungsmisere, üben scharfe Kritik an einer übermächtig gewordenen Bürokratie und machen konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Lage.
Das Gespräch moderierte Helmut Ploebst.


corpus: Das Spielen hat viel mit dem Lernen, aber auch mit Tanz zu tun, den Johan Huizinga „als die höchste Form des Spielens" bezeichnete. Inwieweit darf und soll Lernen Spielen sein?

Guido Reimitz: Vor dem siebenten oder achten Lebensjahr ist ja alles Spielen. „I Like to Move It Move It“ hat sich mit Schülern ab zehn Jahren beschäftigt. Im Lernen hat man immer mit der „Architektur“ der Spielenden zu tun. Ich will zwar nicht gehirnforschungshörig sein, aber es ist doch einleuchtend, daß Lernen das Verbinden von Inhalten mit Emotionen bedeutet. Aus der Artificial Intelligence-Forschung weiß man, daß Emotionen immer mit Körperlichkeit verbunden sind. Solange man versucht hat, künstliche Intelligenz zu entwickeln, ohne den Computerprogrammen „Körper“ zu geben, hat es nicht funktioniert. Man mußte Sinne und Körper erfinden, damit sich künstliche Intelligenz auf den Weg machen konnte.

corpus: Schließt das auch negative Gefühle mit ein?

Reimitz: Wie bei Michael Hanekes Film „Das weiße Band“ zu sehen ist, kann Lernen über Angst funktionieren, aber jedesmal, wenn die entsprechende Information wichtig wird, wird dann auch die Angst wichtig werden. Inhalte, die mit erfreulichen Erlebnissen verbunden daherkommen, werden auch im Wiederabrufen diese positiven Gefühle mitbringen. Ohne Gefühle wird einfach nicht gelernt. Und in der Spielsituation werden Gefühle wesentlich freier möglich als in einem System, das mit Disziplinierung durch Angst arbeitet. Daher ist klar, daß Lernen und Spielen unbedingt zusammengehören.

corpus: Wer weiß aber, daß ein Spiel ein Spiel ist? Wenn darüber jemand Bescheid weiß, dann hat er einen anderen Zugang zu einem Prozeß als einer, dem der Spielcharakter eines Spiels unbekannt ist.

Robert Pfaller: Dazu fällt mir, weil wir hier in einem Kaffeehaus sitzen, eine Anekdote ein. Ich einmal in einem solchen Kaffeehaus eine Familie mit zwei Kindern gesehen, einem vielleicht fünfjährigen Mädchen und einem etwa dreijährigen Buben. Das Mädchen ist weggelaufen, hat sich unter einem Kaffeehaustisch versteckt. Der kleine Bruder ging hinterher, war erst verstört über ihr Verschwinden. Dann hat das Mädchen aus seinem Versteck hervorgeschaut und so signalisiert, daß es sich versteckt. Daraufhin ging ein Leuchten über das Gesicht ihres Bruders, und er ist ganz begeistert um die Tische gelaufen. Das bestätigt im Kleinen die These von Huizinga, daß erst das Bewußtsein davon, daß etwas ein Spiel ist, diese große Affektmenge an Begeisterung freisetzen kann. Solange man das nicht weiß, verhält man sich gemäßigt irritiert, gemäßigt begeistert, so wie wenn wir erfahren, daß unsere Gehälter um zwei Prozent erhöht werden. Wenn wir aber hier ein Fernsehgerät hätten und miterleben würden, daß eine uns sympathische Fußballmannschaft ein Tor schießt, würden wir vielleicht sogar jemandem Unbekannten am Nachbartisch um den Hals fallen.

„Das Schulprojekt hat ermöglicht, daß Schüler, Künstler und Lehrer
mit verschiedenen Rollen in derselben Mannschaft spielen konnten.“

Reimitz: Ein Spiel kann auch nur wirken, wenn das Ergebnis von vornherein offen ist. Und dann - hier gibt es eine Verbindung zu „I Like to Move It Move It“ - stehen ja Schüler und Lehrer traditionell in verschiedenen „Mannschaften“, sind also Gegner. Das Schulprojekt hat ermöglicht, daß Schüler, Künstler und Lehrer mit verschiedenen Rollen in derselben Mannschaft spielen konnten. Sie errichteten gemeinsam ein Spiel, in das der Rest der Schule oder die Eltern Einblick nahmen - das war dann die andere Mannschaft. Theater ist immer so, ein Spiel aus Überraschungen und Rhythmus. Für die Performer ist das Publikum die gegnerische Mannschaft, die ihre eigenen Gedanken spinnt, und dann kommt doch etwas anderes. Zu Nestroys Zeiten hat das Stückeschreiben wahrscheinlich deshalb mehr Spaß gemacht als heute, weil man zusätzlich noch mit der Zensur spielen und sie austricksen mußte.

Pfaller: Allein die Bühnensituation, die ja auch einen zeitlichen Vorsprung schafft - wir wissen, womit wir die anderen überraschen -, schafft eine Solidarität zwischen den verschworenen Aufführenden. Und es gibt noch eine zweite Solidarität: die zwischen Aufführenden und Publikum gegenüber einer Art virtuellem Dritten. Das ist psychoanalytisch interessant und wichtig. Es wurde von Octave Mannoni in den 1960-er Jahren untersucht, ursprünglich ausgehend von Studien über den Fetischismus und den Mechanismus der Verleugnung, in denen es um die Frage ging, welche Wirksamkeit eine Illusion hat, deren Träger nicht auffindbar ist, und bei der man nicht sagen kann, wer eigentlich an sie glauben soll. Bereits Freud hat erkannt, daß der Fetisch ein Objekt von jemandem ist, der eine Illusion aufgegeben hat. Und Mannoni hat entdeckt, daß das nicht nur für den Fetischismus gilt, sondern alle Abläufe im Alltag prägt, die uns Lust verschaffen.

corpus: Aber wie ist das dann im Theater?

Pfaller: Beim Zaubertrick im Varieté beispielsweise wissen alle Anwesenden, daß hier nichts Übersinnliches passiert. Aber, sagt Mannoni, die Zuschauer stecken mit dem Magier unter einer Decke und freuen sich, wenn es mit ihm gemeinsam gelingt, die Illusion aufrecht zu erhalten. Und genau solche Dinge machen im Theater Freude. Wenn einem Schauspieler, der still auf der Bühne liegt und einen Toten darstellt, Staub in die Nase gerät, und er muß niesen, fängt das Publikum an zu lachen. Nicht, weil es sich darüber freut, daß der Mann doch lebt, sondern weil es sich über einen unsichtbaren Dritten lustig macht, der jetzt eigentlich erstaunt darüber sein müßte, daß der, der tot war, doch lebt. Das Publikum übernimmt eine Humoreinstellung gegenüber diesem Trick. Sehr oft ist diese Solidarität von Darstellern und Publikum gegenüber einem solchen Dritten wichtig für das Zustandekommen von sozialen Prozessen.

corpus: Dieser Dritte wird dann wohl zu einem ständigen Mitspieler?

Pfaller: Auch in der Alltagskultur wie etwa bei der Höflichkeit, werden solche Fiktionen hergestellt, von denen die Beteiligten wissen, daß sie Fiktionen sind, die aber eine starke gesellschaftliche Wirksamkeit haben, weil sie Solidaritäten schaffen. Die, die zueinander höflich waren, haben gegenüber einem unsichtbaren Dritten dicht gehalten. Sie haben ihre Aversionen nicht zum Ausdruck gebracht. Und das schafft eine Solidarität. Daher ist Spielen auch im Alltag eine wichtige Praxis, um gesellschaftliche Zusammenhaltsformen herzustellen oder zu erhalten. Wichtig ist dabei, daß soziale Fiktionen auch dann wirksam sind, wenn es den Dritten nicht als Realperson gibt. Auch, zum Beispiel, wenn Eltern mit Kindern Weihnachten spielen: In dem Moment, an dem die Kinder verstehen, was der Weihnachtsmann ist, glauben sie eigentlich schon nicht mehr an ihn.

„So lange diese Fiktion aufrechtzuerhalten ist, kann man für
100 Prozent der Studierenden gute Berufsaussichten schaffen.“

Reimitz: Was bedeutet das nun im Zusammenhang mit der Schule und der Lehrsituation?

Pfaller: Mir ist das vor kurzem in Bezug auf die Ausbildung in geistes- und kunstwissenschaftlichen Disziplinen deutlich geworden. Da gibt es einen großen Unterschied zu Medizin oder zu technischen Berufen, was die Rolle des Prüfens oder der Evaluierung betrifft. In der Medizin oder bei Jus werden 90 Prozent der Absolventen in dem entsprechenden Berufsfeld arbeiten. Aber in Germanistik, Philosophie, Kunst, Theaterwissenschaft werden vielleicht 10 Prozent Profis in diesem Berufsfeld Platz finden. In der Medizin oder im Bauingenieurswesen muß man Mindeststandards sichern, damit die Absolventen dort später niemanden umbringen oder damit nichts einstürzt. In Philosophie, Kunst, Theaterwissenschaft hingegen muß ganz anders ausgebildet werden, denn da werden nur die einen Job bekommen, die Spitzenqualifikationen haben. Daher ist es relativ sinnlos, in diesen Disziplinen überhaupt Prüfungen abzuhalten.

corpus: Aber was geschieht dann mit den anderen neunzig Prozent?

Pfaller: Hier kommt noch einmal das Element der Fiktionen in der Gesellschaft zum Tragen. Denn das bedeutet, daß man 100 Prozent an Leuten ausbilden muß, damit zehn Prozent im Berufsfeld eine Chance haben. Das heißt aber nicht, daß die verbleibenden 90 Prozent vergebens sind. Man kann den Betrieb nicht auf die zehn Prozent beschränken, weil man nicht weiß, welche Personen das sein werden. Aber die Erfahrung zeigt eigentlich, daß Leute, die im Hinblick auf eine Spitzenqualifikation ausgebildet sind, sehr gut imstande sind, auch andere Berufe auszuüben. Das kommt daher, daß man eine Fiktion aufrecht erhalten muß. Alle 100 Prozent müssen mit der Fiktion studieren, daß sie zu dem Zehntel gehören können, das am Ende „etwas wird“. Man muß an einer Kunstakademie alle StudentInnen so behandeln, als ob sie ein Marcel Duchamp oder eine Sophie Calle wären. Auch wenn das am Ende nicht wahr ist, so lange diese Fiktion aufrechtzuerhalten ist, kann man für 100 Prozent der Studierenden gute Berufsaussichten schaffen. Sogar jene, die das Studium abbrechen, sind dann nicht „verloren“. Das haben die Bürokraten immer völlig falsch eingeschätzt.

corpus: Warum gilt das auch für Studienabbrecher?

Pfaller: Als ich Philosophie studiert habe, gab es viele Abbrecher. Einige von ihnen sind heute Museumsdirektoren, Star-Kunstkritiker oder Leiter wissenschaftlicher Verlage. Sie hatten sich im Studium schon so gut qualifiziert, daß sie bereits gute Jobs bekommen haben - aber das ging nur bei unverschulten Studien.
Soviel zur Wirksamkeit von Fiktionen in Ausbildungen. Insofern haben Ausbildungen, wenn sie gut sind, auch immer etwas Künstlerisches, weil sie eine Fiktion aufrechterhalten müssen wie das Theater.

„Man hat den Universitäten die Verschulung vorgeschrieben.
Und das hat die Mobilität der StudentInnen total gekillt.“

corpus: Eine Biografie ist sicherlich nicht vorschreibbar, sondern sie schreibt sich selbst. Wenn nun eine verblendete Administration alles vorausberechnen will, zeigt das, daß sie das Vertrauen in das Selbstschreiben von Biografien verloren hat.

Pfaller: Den Studierenden darf die Frage, wofür sie sich im Studium interessieren, nicht erspart bleiben. Wenn man ihnen das immer nur vorschreibt, wiegen sie sich in der trügerischen Sicherheit, daß sie dann auch einen Job bekommen. Und das kann ihnen Bologna natürlich nicht garantieren. Sie haben völlig recht: Hier wurde ein völliger Irrtum von einer mächtigen Bürokratie erzeugt, die Realprozesse immer nur nach der bürokratischen Aufzeichnung beurteilt hat. Das beginnt bei der Einführung von ECTS, diesem Verrechnungssystem, mit dem man Arbeitsquanten umrechnen zu können glaubt - eine Art Euro für studentische Leistungen. Das hat man eingeführt, damit auch Studierende von verschulten Studienplänen auf Erasmusprogramme geschickt werden können. Es war eine Krücke für schlechte Studienpläne. Kaum hatte man also ECTS, hieß es, das müssen jetzt alle machen. Das ist so, wie wenn man eine Krücke für Gehbehinderte erfunden hätte, die dann aber alle tragen müssen. Statt daß man gesagt hätte: Wenn ihr Studenten austauschen wollt, dann müßt ihr dafür sorgen, daß in eurem Studienplan ein Jahr Platz ist, in dem sie keine Prüfungen machen müssen, dann können sie ein Jahr lang „frei jagen" gehen und sich das Beste holen, das sie bekommen können. Aber man hat umgekehrt die Verschulung vorgeschrieben. Und das hat die Mobilität der StudentInnen total gekillt.

Reimitz: Mein Bruder ist Professor in Princeton, einer Eliteuni mit eher restriktiven Aufnahmekriterien. Dort werden die Studierenden aufgefordert, im ersten Jahr bewußt ein ihren primären Interessen fernes, zweites und drittes Interessensgebiet zu suchen und sich dort so weit auszubilden, daß eine Grundkompetenz entsteht. Und das wird für das nachfolgende Spezialisierungsstudium voll angerechnet. Man übernimmt also hier das Bachelor- und Mastersystem aus dem angelsächsischen Raum, nicht aber die intelligenten Formen darin, sondern nur seine Verwaltungsstrukturen. Insofern gibt es hier einen Link zum - späteren - schulischen Dasein. Wir leben in einer Zeit, in der die Schule, die 30 Jahre hinter dem aktuellen Wissen nachhinkt, auch die Wissensmenge von vor drei Jahrzehnten nicht mehr anbieten kann. Das heißt, die Humboldtsche Bildungsidee, daß man ein allgemeines Wissen vermittelt, kann nicht mehr umgesetzt werden. Bildungsforscher haben errechnet, daß jemand, der heute sein Studium beendet, die Hälfte seines dort erworbenen Wissens als überholt ansehen muß. Wenn ich also ein zweites oder drittes Interessensfeld entwickle, das einen anderen Blickwinkel auf ein bestimmtes Problem erlaubt, entwickle ich die Kompetenz, dieses Problem aus verschiedenen Perspektiven anzugehen. So passiert auch Kreativität, so kommt man auf neue Lösungen. Das unterscheidet sich wesentlich von der Idee, daß man ausschließlich in einem bestimmten Gebiet mit Wissen vollgestopft wird.

Pfaller: Das entspricht dem, was Michel Montaigne einmal geschrieben hat: Erziehung muß dafür sorgen, daß nicht vollgestopfte, sondern bewegliche Köpfe entstehen. Hier fließt noch einmal das Thema des Tanzens sehr schön in die Erziehung ein. Und es ist auch in der Philosophie und in den Geisteswissenschaften so: daß die StudentInnen, wenn sie sich in einem Fach spezialisieren, ein bewegliches Wissen erwerben sollen, das an Fragen der Alltags- oder der Gegenwartskultur anknüpfen kann. In dieser Disziplin besteht die Berufskrankheit darin, daß sich Leute in entfernte Wissenswinkel zurückziehen und dort Spezialisten werden, ihr Wissen aber nicht auf eine Relevanz zurückbringen können, die es durchaus hätte.

Reimitz: Es wird immer wieder von „verschulten“ Universitäten gesprochen. Das zeigt, man hat einen klaren Begriff davon, was man mit „Verschulung“ bezeichnen möchte. Und da ist die Frage, können wir es uns 2010 leisten, daß Schule so ist, wie sie in dieser Begrifflichkeit verwendet wird?

Pfaller: Richtig! So muß man immer argumentieren, wenn Philosophen eine Metapher derart gebrauchen. Wenn Adorno sagt, Erkenntnis ist keine Fotografie, dann hat er in Bezug auf die Erkenntnis völlig recht, aber im zweiten Satz muß man darauf hinweisen, daß Fotografie auch nicht so primitiv ist, wie er sie aufzufassen scheint. Und so kann man sagen, es ist eine Katastrophe, wenn Universitäten verschult werden. Aber dazu kommt: es ist auch eine Katastrophe, wenn Schulen verschult sind. Seit zehn Jahren erleben wir eine Umkehrung dessen, was in den 1970-er Jahren eine progressive Bildungspolitik war, als man versuchte, die Schulen wesentlich universitätsähnlicher zu gestalten. Schüler mit 16 oder 17 Jahren konnten sich Interessensschwerpunkte setzen, sollten selbständig recherchieren. Es ist doch eine viel interessantere Bildungsperspektive, daß man versucht, die Idee der selbständigen Bildungsleistung in die Schulen zu tragen. Dann können die Studenten später an der Universität leichter mit freieren Strukturen umgehen.

„Die tradierte Disziplinierungssituation wird ergänzt durch
Leistungsdruck - und nicht durch Freiräume, die ein offenes,
gemeinsames Forschen der Kinder und Lehrenden ermöglichen.“

Reimitz: Ich möchte auch darauf hinweisen, daß Gemeinschaft für das Lernen und Erfahren eine ganz wesentliche Größe ist. Beinahe eine Voraussetzung, um dann individuelle Erkenntnisse zu erwerben.

Pfaller: Ganz genau. Man darf auch nicht unterschätzen, wie viel Studierende lernen, wenn sie nicht mit Lehrpersonen konfrontiert sind. Die Lehrenden sollen Anregungen geben und Appetit erzeugen, aber dieser Appetit muß von den Studierenden woanders gestillt werden können - allein oder in Gruppen. Man muß auch dafür sorgen, daß sich solche Gruppen bilden können. Wir haben zu meiner Studienzeit in den 80-er Jahren auch eigenständig Gruppen gebildet, weil wir die Zeit dafür hatten, und nicht immer in Seminare und Vorlesungen laufen mußten. Man hat damals ein Seminar und zwei Vorlesungen besucht. Das war ein gut ausgefülltes Semester, weil man daneben ja noch die Gruppen hatte. Und wir haben unsere Seminare daher mit wesentlich mehr Lektüre begleitet, als das Studierende heute können, wenn sie vier oder fünf Seminare belegen.

corpus: Aber auch die Lehrenden haben eigentlich keine Zeit mehr, um zu lesen und auch, um Bücher zu schreiben. Wir reden mit Recht von den Studierenden, aber auch die Lehrenden sind von einer Dynamik betroffen, die das gesamte System ad absurdum führen kann. Wenn es früher das System der Leistung durch Disziplinierung gegeben hat, so funktioniert heute ein Leistungssystem nach Jon McKenzies „Perform or else...“ auf einer zweiten Disziplinierungsebene, nämlich der eines Kosten-Nutzen-Denkens, die die Substanz dessen, was auf ihr verwaltet wird, zerstört.

Pfaller: Das stimmt. Erstens ist es wichtig zu sehen, daß die Präsenz von Studierenden und Lehrenden an der Universität so etwas wie die Spitze eines Eisberges ist. Was man nicht sieht, ist der große andere Teil von eigenständiger Forschungsarbeit allein oder in Gruppen von Studenten und Lehrenden. Und zweitens gibt es seit den 90-er Jahren an den Universitäten eine sehr mächtige und aggressiv operierende Bürokratie, die nur die Spitze des Eisbergs sieht. Lernen findet für sie nur statt, wenn Lehrende und Studierende zusammensitzen. Das hat zur Folge, daß jetzt neue Positionen geschaffen werden, sogenannte „Senior Lecturers“ in Österreich, die in Deutschland „Juniorprofessoren“ genannt werden. Das sind Lehrdeputate, die so sehr mit Unterrichtstätigkeit angefüllt sind, daß Forschung fast unmöglich ist.

corpus: Auch hier die Zuspitzung auf ein Effizienzdenken...

Pfaller: ...das überhaupt keine Effizienz hat.

Reimitz: Dieser Mechanismus funktioniert an den Schulen auch. Überall, wo engagierte Lehrer oder Schulleiter versuchen, einen Freiraum zu schaffen, der dem normalen Regelschulwesen etwas anderes gegenüberstellt, tappen sie in die Falle der nach außen darzustellenden Erfolge. Die tradierte Disziplinierungssituation wird ergänzt durch Leistungsdruck - und nicht durch Freiräume, die ein offenes, gemeinsames Forschen der Kinder und Lehrenden ermöglichen. Der Druck kommt mit der Forderung daher, nachweisen zu müssen, daß dies erfolgreicher ist als das erstere. So entstehen extreme Leistungsräume. Und dort, wo die Verwaltungsebene nötig wäre, um etwas anderes strukturell zu ermöglichen, stellt sich heraus, daß diese gar nicht die Klassifikatorik oder das Interesse hat, die Kriterien der Qualität dort zu überprüfen. Hier hatten wir bei „I Like to Move It Move It“ in Oberösterreich die intensivste Kommunikationsarbeit über das Erlebte an den Schulen zu leisten - daß wir acht Wochen hindurch zum Teil andere, eine prozeßorientierte und nicht präsentationsorientierte Schule gestaltet haben und dieses andere davon befreit haben, daß es im Ergebnis so viel toller sein mußte als alles andere. Und wir mußten da und dort tatsächlich darauf achten, daß unsere Projekte nicht zu benoten begonnen wurden. Und dann gar die Setzung, daß Nichtstun erlaubt ist. Wir haben, angelehnt an Lars von Triers Dogma-Idee, eine Liste entwickelt mit Sätzen, an denen man sich reiben oder orientieren sollte, wenn man Projekte macht, die schulveränderndes Potential haben. Unter der Überschrift der Prozeßorientiertheit steht da: Keine Vorlage eines Stücks, keine Musik vorausschicken, alles wird on the spot im Dialog zwischen KünstlerInnen, SchülerInnen und LehrerInnen entwickelt - und am Schluß hieß es: kein Gestaltungszwang, und Nichtstun ist gewollt.

„,Schule‘ kommt aus dem Griechischen, von scholé, und das heißt ,Ort der Muße‘“.

corpus: Und wie war die Reaktion darauf?

Reimitz: Gegen das Letztere haben die Lehrer so sehr opponiert, daß wir es aus der Liste streichen mußten. Da bringt man etwas auf den Punkt, das Schule und Universität aus dem Blickfeld verloren haben. „Schule" kommt aus dem Griechischen, von scholé, und das heißt „Ort der Muße“. Das Nichtstun, vor dem die Lehrenden eine wirkliche Panik haben, ist so wichtig, daß man es gesamtgesellschaftlich diskutieren muß. Bei dem zweiten wichtigen Aspekt, der Körperlichkeit, habe ich mittlerweile gewisse Ängste. Es gibt Anzeichen dafür, daß dieses Projekt in Oberösterreich und darüber hinaus weitergeführt wird - deshalb sind diese Dogmen auch wichtig: damit nicht sofort eine Verwässerung einsetzt. Ich habe ein grundsätzliches Bedenken. Im universitären und schulischen Bereich gibt es kein Bewußtsein dafür, wie sehr das Körperliche mit dem Lernen verbunden ist. Und zugleich bin ich nicht mehr sicher, ob es klug ist, dieses Defizit an Reflexion aufzuheben. Weil es auch in die falsche Richtung hin verwendet werden kann. Mit diesem Wissen über die Körperlichkeit kann viel ruiniert werden. Wenn das nicht gleichzeitig bedacht wird, dann ist es mir lieber, die Kinder zertrümmern in der Pause ein paar Sessel...

Pfaller: Das ist sehr weise. Die Bologna-Reform war ja ursprünglich auch eine scheinbar sozialdemokratische Sache. Man hoffte oder behauptete, mehr Leuten aus bildungsfernen Schichten das Studium ermöglichen zu können. Und das hat sich zunehmend in eine Waffe für eine rechtskonservative Bildungspolitik verwandelt. Es ist klug, darüber nachzudenken, in welcher Zeit man Reformen machen kann und in welcher nicht. Sie haben vorhin treffend gesagt, unter dem Vorwand der Effizienzsicherung wird Effizienz zerstört...

corpus: Genau.

Pfaller: Diese Zerstörung hängt damit zusammen, daß wir eine Verwaltung ermächtigt haben, über Produktionsprozesse zu urteilen. Die Verwaltung stellt zunächst sehr einfache, schematische Kriterien auf, die zu beschreiben versuchen, was das Produktive an einer Produktion ist, aber im nächsten Schritt werden diese noch sehr grobschlächtigen Kriterien zur Norm für diese Produktion. In der Folge fällt alles, was innovativ ist oder was aufgrund von Schwächen in der Beschreibung nicht erfaßt werden konnte, als „unproduktiv“ weg. Das entscheidende Problem der Universitäten und teilweise der Schulen ist, daß man diese Bürokratien so ermächtigt hat - was dem wissenschaftlichen Grundsatz widerspricht, daß nur die Scientific Community den Wert einer jeweiligen wissenschaftlichen Leistung adäquat ermessen kann. Das ist 2008 vom österreichischen FWF (Fonds der Förderung der wissenschaftlichen Forschung) sehr gut gesehen worden, der auch ein wissenschaftliches Forschungsprogramm für die Kunstuniversitäten entwickelt hat, sozusagen für künstlerische Forschung, also nicht Forschung über Kunst, sondern das, was der Anteil der Forschung an der künstlerischen Praxis ist. Das ist ist konsequent gedacht.

corpus: Aber wie ist das zu verstehen?

Pfaller: Wenn man Kunst zur Universität macht, dann muß es dort auch Forschung geben, und das kann genauso gefördert werden wie philosophische und physikalische Forschung. Und da wurde gesagt, das hat deshalb seine Berechtigung, weil die Kunst eine perfekte Objektivität hat. Wenn man tausend Künstler fragt, wer die zehn besten sind, bekommt man relativ übereinstimmende Resultate, das ist fast so gut wie in der Physik und sehr viel besser als in der Germanisik. (lacht) Dieses Prinzip wird in dem Augenblick verraten, in dem man Verwaltungen dazu autorisiert, wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen zu evaluieren und ihre Primitivkriterien zu den Normen dieser Praktiken zu machen. Diese Verwaltungen verstehen aber nicht nur nichts von den Wissenschaften und den Künsten, die sie normieren, sondern sie verstehen auch nichts von der Anwendbarkeit dieser Leistungen auf die Gesellschaft.

„Die Universitäten haben ein wichtiges Innovationspotential verloren -
die Lehrbeauftragten mit ihrem im Beruf erworbenen Spezialwissen.“

corpus: Was wäre die Konsequenz, die in dieser Situation gezogen werden kann?

Pfaller: Man hat ja diese Verwaltungskräfte um sehr viel Geld angestellt. Alle Universitäten wurden gezwungen, Evaluierungsspezialisten, Monitoringspezialisten, ECTS-Kommissionen und dergleichen anzustellen. Das hätte man sich alles ersparen können. Ich bin dafür, daß man diese Leute allesamt entläßt und das so frei werdende Geld der Lehre zur Verfügung stellt. Denn dieser Verwaltungsaufwand ist zu Lasten der Lehrbeauftragten gegangen, für die es viel weniger Geld und Plätze gibt als noch in den 90-er Jahren. Die Universitäten haben seither zunehmend ein wichtiges Innovationspotential verloren - und das sind eben diese Lehrbeauftragten mit ihrem im Beruf erworbenen Spezialwissen. Wir hatten beispielsweise in der 90-ern zwanzig Lehrbeauftragte an einem Institut an einer Kunstuniversität, und heute sind es an die vier. Das sei nur festgestellt, um die Relationen ungefähr darzustellen.

Reimitz: In dem Bereich KünstlerInnen und Schulen sieht man diese Mechanik in einer extremen Weise. In den 70-ern kamen Leute wie Peter Turrini an die Schulen und haben die Menschen dort in all ihrer Fremdheit mit Neuem konfrontiert, und das wurde dann in den 90-er Jahren verwaltet. Und durch die Verwaltungslogik wurden letztlich Situationen geschaffen, die eine Scheinwelt für die Administration aufrecht erhalten. Mit enormem Aufwand müssen Lehrende heute komplizierte Anträge stellen, die nachgewiesenermaßen niemand liest, weil die Beamten weder die Zeit noch die Kompetenz dafür haben, um eine lächerlich niedrige Subvention zu erhalten, um mit einem Künstler zusammenzuarbeiten. Ich habe keinen einzigen Künstler getroffen, der dem begegnet und deswegen nicht völlig frustriert ist. Man schließt also KünstlerInnen, die von ihrer Kunst leben, aus diesem Prozeß aus. Statt dessen erhält man Tanz- und Theaterpädagogik-Institute aufrecht, die weder Lehrer noch Künstler ausbilden, sondern irgendwelche Zwischensituationen anbieten, deren einziger gesellschaftliche Nutzen darin besteht, daß wenigstens die Lehrenden an diesen Instituten einen Job haben.

Pfaller: Nur Spiele, von denen man wissen kann, daß sie Spiele sind, können lustvolle Spiele sein. Sie haben recht: Bürokratie erzeugt auch eine Illusion, nämlich die der sorgfältigen Prüfung, des Vorliegens von Sachverstand und der guten Begründung von Entscheidungen. Nichts davon ist wahr. Es wird nur so getan, als ob. Hier weiß niemand, daß es ein Spiel ist, und deswegen ist es nicht lustvoll. Hier taucht noch einmal eine Erkenntnis von Freud auf: Die Lust ist immer da, nur nicht immer in der lustvollen Form. Das neurotische Symptom ist nach Freud die Sexualbetätigung der Neurotiker, die nicht lustvoll ist, sondern schmerzhaft. Und hier ist es genauso: Das Spiel ist immer da, nur eben nicht in der spielerischen Form. Die Bürokratie ist die Neurose unserer Gesellschaft. Das politische Problem dabei ist, daß sie verschleiert, was an politischen Entscheidungen notwendig wäre. Die Willkür gibt es trotzdem, aber es wird über die Zwischenschaltung der Bürokratie so getan, als stünde man unter Sachzwängen. Das ist natürlich völlig verlogen.

corpus: Welche Maßnahmen könnten konkret helfen, aus dieser prekären Situation herauszukommen?

Pfaller: Universitäre Disziplinen, die nicht Mindeststandards herstellen müssen, wie Medizin oder Bauingenieurswesen, müssen von allen Mechanismen der Kontrolle entlastet werden. Gerade in Zeiten der Krise, wo zu wenig Geld vorhanden ist, muß man sagen, gut, dann machen wir dort ein Notprogramm: in der Germanistik, in der Theaterwissenschaft, in der Publizistik, in der Kunstgeschichte und in der Kunst. Ein Programm, in dem alle Curricula nur mehr Empfehlungscharakter haben, und abgeschlossen wird mit einer betreuten Arbeit und einer kommissionellen Prüfung. Damit würden die Geistes- und Kulturwissenschaften entlastet. Dann hat man ein Studium, in dem die StudentInnen nur wenige Lehrveranstaltungen besuchen, sich aber in Gruppen sehr intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen. Man sollte sich überlegen, ob das nicht das ideale Modell auch für Zeiten wäre, in denen genug Geld da ist.

„Wenn die Universitäten zu stumpfsinnigen Lernbatterien werden,
haben die Schulen keinen Anlaß, die Schüler zu den
Möglichkeiten von selbständigem
Wissensgewinn zu animieren.“

corpus: Und was würde das für die Schulen bedeuten?

Reimitz: Im Schulischen hätte sowohl die Mindestqualitätssicherung als auch das Modell für die Geisteswissenschaften Platz. Die vorgeschriebene Lehrmenge müßte auf ein Drittel oder die Hälfte dessen, was jetzt auf dem Lehrplan vorhanden ist, reduziert werden. Und darüber sollte völlige Freiheit darin stehen, was die Klassen und Lehrenden vertiefen und erleben möchten. Das ist sogar eine bildungswissenschaftlich gesicherte Empfehlung und wird etwa in Finnland seit einigen Jahren vorgelebt. Dort ist auch das Qualitätsniveau am höchsten. Untersuchungen belegen, daß Lehrende dazu tendieren, so zu unterrichten, wie sie selbst unterrichtet wurden. Will man also die künftigen Lehrenden ändern, muß schon jetzt direkt auf die Schule fokussiert werden, damit sich da etwas verändert.

corpus: Da kommt jetzt wieder das Modell von „I Like to Move It Move It“ ins Spiel.

Reimitz: Ein Schuljahr hat knapp über 40 Unterrichtswochen oder etwa 220 Unterrichtstage, und davon sollten 25 Schultage ganz bewußt als architektonischer Entwurf dieser Lehrsituation gegen die restliche Schulzeit gestellt werden: ohne Benotung, ohne Schulglocke, ohne klare Vereinbarungen darüber, was dort zu machen ist, ohne Ziele, ohne Gestaltungszwang. Eine solche Intervention ins System, durch einen solchen leeren Raum, der ja immer erst erkämpft werden muß, ist die einzige Chance, ein so riesiges System zu verändern. Und da können - auch - Künstler eine Qualität sein, um diesen leeren Raum zu errichten, den die Lehrenden und SchülerInnen dann wieder betreten können. Einige der KünstlerInnen bei „I Like to Move It Move It“ gingen mit klaren Konzepten in diese Prozesse. Und sie gerieten in das gleiche Dilemma wie andere Lehrende, nämlich wie Animateure die SchülerInnen zu etwas überreden zu wollen, wovon die natürlich wissen wollten, was sie jetzt davon hätten. Diese Künstler berichten, das sei das anstrengendste Projekt gewesen, das sie in ihrem Leben gemacht hätten, und ich denke: Recht so, denn in Wirklichkeit wolltest du die Jugendlichen für dein eigenes künstlerisch-gestalterisches Interesse nützen, und du bist nicht in eine Begegnung gegangen. Du hast in den Schülern unbezahlte Darsteller gesehen.

Pfaller: Damit sich die Schulen lockern können, haben die Universitäten eine klare Zielvorgabenfunktion. Die Verschulung der Universitäten hat sicher auch den Schulen massiv geschadet. Vielleicht gibt es jetzt noch einen Verzögerungsmoment durch jene emanzipatorisch gesinnten Lehrer, die noch nach dem Prinzip der Öffnung der Schulen unterrichten. Aber wenn die Universitäten zu stumpfsinnigen Lernbatterien werden, haben die Schulen keinen Anlaß, die Schüler zu den Möglichkeiten von selbständigem Wissensgewinn zu animieren. Da hängen diese beiden Systeme entscheidend zusammen. Um die Universitäten zu verbessern, muß man das Universitätsgesetz 2002 außer Kraft setzen. Das ist sehr wichtig, weil dieses Gesetz extrem dirigistisch ist und unter dem Namen der Autonomie der Universitäten diese in Wirklichkeit streng an die Kandare des Ministeriums nimmt, sie dafür aber größerem finanziellen Risiko aussetzt. So ist ein komplexes System neuer Abhängigkeit entstanden, in dem die Universitäten sehr stark verlieren, weil die Entscheidungen vom Ministerium über die Mittelvergabe an die Universitäten durchgesetzt werden können. Es gibt da eine Reihe von Zwischeninstanzen, die diese Abhängigkeit verschleiern: daher gehören etwa die Universitätsräte auch sofort nach Hause geschickt.

Reimitz: So wie etwa Kulturkontakt ersatzlos gestrichen werden könnte. Da sitzen etwa hundert Verwaltungsmitarbeiter, das verschlingt sicherlich an die fünf oder sechs Millionen Euro im Jahr, die dann verschiedenen Kunstprojekten an Schulen zur Verfügung gestellt werden könnten.

corpus: Da zeichnen sich also sehr vernünftige Einsparungsmöglichkeiten ab.

Reimitz: Ich glaube auch, daß Kunstprojekte, die dieses Veränderungspotential nicht produzieren, an Schulen besser nicht gemacht werden sollen. Man fördert die Kinder nicht mit einem Zickenkrieg à la amerikanischem Musical. Es gibt ja den Sportunterricht, um die Kinder zu leistungsorientiertem Denken zu bringen. Wenn also künstlerische Projekte an Schulen stattfinden, dann ist es wichtig, darauf zu achten, daß es solche sind, die tatsächlich nach künstlerischen Prozessen ablaufen. Und zwar von schöpfender und nicht von reproduzierender Kunst. Chöre, Blasmusik und Schulorchester soll es schon weiterhin geben, aber das ist eine ganz andere Baustelle. Und das größte Einsparungspotential liegt vor der Tür: Es gehen in den nächsten Jahren 60 Prozent aller Schullehrer in Pension, und man hat gar nicht das Personal, um diese Posten alle nachzubesetzen. Und nun hat man die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was man nun mit den freiwerdenden Stunden auf Seiten der Schüler anfängt, welche Räume man hier öffnen kann.


(17.12.2009)