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[körpern] Sich Treiben Lassen Mit Methode
Von Martina Ruhsam
[Körpern]
Sich Treiben Lassen Mit Methode
Am Horizont des Begreifbaren steht ein [a]. Die Utopie der
Einsamkeit
versüßt Melancholikern den oppositionellen Individualismus. Die Höhlung
ihrer Schläfen beherbergt eine Narbe, die seine ist. In den Archiven
emotionaler Direktiven wühlend, bemüht sein „ich“ sich um Orientierung,
dem Versagen des Ausdrucks soll vorgebeugt werden. Dicker roter
Lippenstift und Wimperntusche betonen Mund und Augen. Die Logik einer
algebraischen Gleichung kommt uns hinkend entgegen. Vermeintliches
Wissen und wahrgenommene Empfindung bzw. empfundenes Wissen und
vermeintliche Wahrnehmung widersetzen sich. Ausdruck ist eine verbeulte
Entsprechung, das Prinzip der Komplementarität, eine Form mit dem
Widerspruch subtil umzugehen.... Hat er [zuviel] Kaffee getrunken? Sein
stammelndes
Bekenntnis entpuppt sich als Second Hand-Errungenschaft.
Im
Arsenal der unbegrenzten Möglichkeiten wird der Körper meist mit
zwei Armstrichen, zwei Beinstrichen, zwei Augpunkten, einer Mundgeraden
und ein paar Haarstrichen imaginiert. Wie körpern Texte, Bilder?
Körpern ist als eine je spezifische Weise der Verkörperung immer eine
mehr oder weniger eigen-artige Realisierung von Möglichkeiten. Sie bindet sich die Schuhe. Der virtuelle
Theatervorhang öffnet sich. Er liest den Vorspann am Bildschirm. Der
Lichteinstellung ist diffus.
Mit vielen Hauptdarstellern und Strichmännchen im Gepäck macht er sich
auf: ins weite Land
– ins http://[www] – einen Feldzug gegen die Ordnung der Sprache in
Gedanken führend...~//..%.““`=....ertastet er ein feuchtes Material.
An
die Restkörper verworfener Erinnerungen geklammert, schreit sie
erneut: Neuland! Die Berührungsakte werden über die Haut rückgekoppelt.
Doch aus deinem Mundraum dringt kein Laut. Ein stummes Lippenbekenntnis
haftet dir an, taumelt den Grat der Verlautbarung entlang. Wohin führen
ein Finger, eine Wirbelsäule, eine Zunge und ein Schuh? [....] Das
Gedächtnis scheint ihn fest im Griff zu haben. Die Verankerung im
eigenen raum-zeitlichen Koordinatensystem macht uns gegen eine Vielzahl
unbekannter Variablen resistent. Doch die Konstanten, die sich im
Möglichkeitsraum zwischen horizontaler und vertikaler Achse etablieren,
stehen auf wackligem Grund: der Angst, [nichts] zu wissen. Obwohl die
Navigation in geometrischen Bahnen auf den ersten Blick ästhetischer
erscheint, offenbart sich das Potenzial der räumlichen und zeitlichen
Verschwendung nur im [Exzess]. Diesem Glauben hängt er einen Raum lang
an. Mit großer Behutsamkeit löst sie dich aus der Umarmung. Einen
Moment lang steht die Welt still. [264 Bilder pro Sekunde] Hier
angekommen, überlässt sie dich dir. In irgendeiner Mulde zwischen ihren
Brüsten und Knöcheln liegt ein Wort. [ ]
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