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CUNNINGHAM-ERWÄHNUNGEN IN DER CAGE-BIOGRAPHIE "TOSENDE STILLE" VON DAVID REVILL
Ausgestellt und abgeleitet von Jack Hauser
13: Aber die Beziehung mit der tiefsten Bedeutung für ihn ist die zu dem Tänzer und Choreographen Merce Cunningham; sie sind jahrzehntelang Partner gewesen, in ihrer Kunst wie in ihrem Privatleben.
22: Vierzig Jahre später lebt er, mitten in Manhattan, zusammen mit seinem Freund und Kollegen, dem Choreographen Merce Cunningham.
77: Es war das Zusammentreffen mit einem anderen Tänzer, das zu weitreichenden Wirkungen in seinem Leben führen sollte, nämlich mit Merce Cunningham.
90: Bedauerlicherweise musste er am Tage der Aufführung einen seiner Mitwirkenden ersetzen: Mercier Cunningham war von Martha Graham aufgefordert worden, sich ihrer Truppe anzuschliessen.
107: Die Tänzerin Jean Erdman plante ein Programm für die Bennington Summer School in Zusammenarbeit mit Merce Cunningham.
109: In Gegensatz zur wiegenhaften Einfachheit von Widow tritt sein nächstes Werk für präpariertes Klavier, In the Name of the Holocaust, das am Tag nach Weihnachten 1942 abgeschlossen wurde und für einen Tanz von Merce Cunningham gedacht war.
111: Als Katalysator lässt sich im nachhinein Merce Cunningham ausmachen; Cunningham und er sollten nicht nur als Künstler, sondern auch privat Partner werden.
113: Merce Cunningham spricht die folgenden Zeilen in der siebten Szene, und die Worte werden - wie in Trance - wiederholt:
„Süsse liebe süsse liebe meine kehle gurgelt
der mystische mund führt mich so gewandt
meine kehle gurgelt der mythische mund führt mich so gewandt
und die tiefschwarze nachtigall wandelte sich weidenartig
und die tiefschwarze nachtigall wandelte sich weidenartig
beraubt durch der liebe rauhe behandlung.“
121: Und immer wieder bezog er die Jahreszeiten der indischen Theorie auf vier seiner engsten Freunde: David Tudor sollte die Schöpfung sein, das Frühjahr; Jasper Johns Bewahrung und Sommer; Merce Cunningham Zerstörung und Herbst; Robert Rauschenberg Ruhe und Winter.
123: Den ganzen Sommer 1948 über bemühten sich er und Cunningham um Möglichkeiten, aufzutreten und zu unterrichten.
124: Cunningham spielte den Jonas, einen „teuren mechanischen Esel“, Elaine de Kooning Frisetta, die Tochter von Baron Medusa, der wiederum von dem Architekten Buckminster Fuller gespielt wurde.
125: Insgesamt war die Aufnahme von ihm und Cunningham am College ausgezeichnet.
126: Er und Cunningham hatten während ihres Aufenthalts in Black Mountain ihr Auto nicht benutzt; als sie es aus der Garage holten, um heimzufahren, entdeckten sie, dass es vollgefüllt war mit Gemälden, Zeichnungen und Nahrungsmitteln - Geschenken von Studenten und Lehrern.
127: (In seiner Ausstellung vom April und Mai 1948 in der Willard Gallery hatte Lippold seine Five Variations Within a Sphere Cage gewidmet; seine Frau Louise studierte bei Cunningham.)
131: Im Juni kam Cunningham nach Paris.
132: Während sie nach totalitärer Beherrschung der Musik durch den Tanz strebte, zogen er und Cunningham ein Konzept vor, in dem die Musik „mit dem Tanz identisch ist, aber nicht mit ihm kooperiert“, wie Cage es einmal ausgedrückt hat.
133: Inzwischen hatte Tudor auch einige Klavierstücke von ihm studiert, und am 11. November begleitete er damit Cunninghams jüngst zusammengestellte Tanztruppe.
166: Merce Cunningham hatte eine sechzehnsätzige Suite choreographiert, die Themen der indischen Philosophie widerspiegelte, darin den Sonatas and Interludes von Cage ähnlich.
168: In anderer Hinsicht war das Stück jedoch auch mit der Vergangenheit verbunden, weil Cunninghams Wunsch nach einer emotiven Musik es mit der expressiven Deutung der indischen Philosophie verknüpfte, die er jetzt hinter sich liess.
183: Im Jahr 1950 besuchten er und Cunningham auf einer Tournee auch Denver.
184: Carolyn Brown wurde Mitglied der Tanztruppe von Jane McLean, was wiederum zu ihrer Teilnahme an einer der Meisterklassen von Cunningham führte.
185: Cage und Cunningham wurden gewahr, dass sie viele Gemeinsamkeiten mit Carolyn und Earle Brown hatten.
192: Eine kurze Unterbrechung trat ein, als Boulez zu Besuch kam; er übernachtete im Bozza-Haus, und er und Brown zogen vorübergehend mit der Ausrüstung in Cunninghams Wohnung um.
194: Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als ein Dutzend Leute an der Arbeit beteiligt, darunter Earle Brown, Cunningham und M. C. Richards.
196: Cage, Cunningham, Rauschenberg und die Browns gingen auch zusammen ins Kino.
215: Mit ihm kamen Cunningham und Tudor.
222: Als Irwin Kremen Geburtstag hatte, bekam er von Cage eine Partitur des Werkes; außerdem eine große Packung Kirscheis, die sie in Gesellschaft von Cunningham, Tudor, M. C. Richards und Kremens Freundin Barbara Herman in deren New Yorker Wohnung verspeisten.
233: Cunningham hatte ebenfalls darunter zu leiden, dass man ihn als großartigen Tänzer anerkannte, aber von seinen Experimenten nichts wissen wollte.
241: Merce Cunningham hatte eine Zeitlang in der East 17th Street gewohnt, Hausnummer 12, „in einem durchschnittlichen alten fünfstöckigen Brownstone, in dem ganz normale Leute wohnten“, wie James Britton, ein Nachbar, es später ausdrückte.
244: Einmal machte Cage zusammen mit Cunningham und zwei weiteren Freunden einen Umweg von wenigsten einer Stunde, um Morcheln zu suchen, die aber nicht da waren.
247: Die beiden Künstler wurden bald Partner; Cage, Cunningham, Rauschenberg und Johns gingen von da an häufig als vierblättriges Kleeblatt aus, zum Beispiel in die San Remo Bar im Village.
258f: Nach dem Brüsseler Vortrag vereinten Cage und Tudor ihre Kräfte mit denen von Cunningham und den Browns; Bruno Maderna sollte Earle Browns Indices für grosses Orchester als Begleitung für Cunninghams Springweather and People dirigieren.
In der fünften und letzten Woche forderte Bongiorno ihn auf, alle Arten von weißsporigen Pilzen zu benennen. Cage hatte sich auf diese Frage vorbereitet. Aus der verglasten Kabine heraus begann er sie langsam in alphabetischer Reihenfolge aufzusagen. Dann bemerkte er die Gesten des rasenden Publikums, die ihn auf die Uhr über seinem Kopf hinwiesen: Schneller, schneller! Aber er konnte die Uhr nicht sehen und fuhr fort, mit sorgloser Gleichgültigkeit. Eine Sekunde vor dem Zeitlimit wurde er fertig!
Ironischerweise bedurfte es dieser Fernsehshow, um Cage zum erstenmal von finanziellen Sorgen zu befreien. Nach den erforderlichen Umtausch-Transaktionen erhielt er etwa sechstausend Dollar. Als er im März heimkehrte, war er in der Lage, sich für zweitausend Dollar einen Steinway-Flügel und für 2.336 Dollar einen Volkswagen-Bus für die Cunningham Company zu kaufen.
Bonustrack:
JOHN CAGE: I was on tour with Merce Cunningham and he went from Denmark back to America and I went from Denmark to Milan, where I began making the Fontana Mix, and while I was making the Fontana Mix they proposed that I go on the answering question show, and I did that and I won. And then when I went back to the United States I bought a Volkswagen bus for the company and we used to tour in it.
(aus: ZUNGE CD07 )
Und wenn Kagel erzählt, wie sie mit einem VW-Bus durch Kanada und die USA tuckerten, mit jenem Bus, den sich Cage von dem üppigen Preisgeld eines Pilz-Ratespiels in Mailand gekauft hatte, dann kann man sich lebhaft vorstellen, wie viel bodenständiger Spaß jenseits der Avantgarde-Zirkel das wohl war.
(aus: Hamburger Abendblatt vom 21. 02. 2004 „In der Musik gibt es keine chemische Reinheit“ von Joachim Mischke)
(9.12.2008)
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