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WIE FRANS POELSTRA UND DORIS STELZER AN EINER HAUPTSCHULE
IN GMUNDEN ARBEITETEN
Von Martina Ruhsam
Die Choreographen Doris
Stelzer und Franz Poelstra arbeiten mit einer Hauptschul-Klasse in Gmunden,
dort, wo die Traun den Traunsee wieder verlässt. Ich studiere eine Landkarte am
Tag bevor ich die beiden Choreographen in die Schule begleite. Im Zug nach
Gmunden frage ich mich, was in den Schulen, den einflussreichsten
Umschlagplätzen des Wissens in unserer Kultur, Platz findet und was nicht, was
also als Wissen verstanden wird und was nicht. Ich erstelle eine
Internetverbindung mit einem mobilen Internetstick und beginne, im Zugabteil - zwischen drei Jugendlichen sitzend, die wahrscheinlich auf dem Heimweg von der
Schule sind - auf meinem Laptop zu googeln.
Simon Rattle: „We have been educating people for many years to be
a certain type of person. We have been educating for a society that maybe is
gone. We need more and more creative people in society. We need more and more
people who make things connect together, who will go in strange directions. We
don´t only need good workers. These days are over.“[1]
Ich gebe die Schlagwörter „Bildung“ und „Kreativität“ in die
Google-Suchleiste ein und das erste Resultat, das erscheint, ist eine Seite namens Geistesblitz mit der Überschrift Sir Ken Robinson über Bildung und
Kreativität:
Sir Ken Robinson: „It´s the most unique capacity that human beings
possess. And it´s the one thing we rely upon to take us safely forward into the 21st century. And the
irony is that I believe that in education we spend most of our time in trying
to stifle it. Or to inhibit it in some way. Not deliberately, but
systematically. What I mean, is the power of imagination. Human imagination is
all that stands between us and is still living in caves. It´s the source of
every form of human achievement: in literature, in science, in arts, in human
relationships, in business, in economy […]. And it´s the one thing I believe we
are almost systematically jeopardizing in the way we educate our children and
ourselves.“[2]
In Salzburg steigen die drei Buben aus dem Zug aus, und zwei Damen um die
fünfzig sowie ein Mann setzen sich auf ihre Plätze. Nach einer Weile beginnt
der Mann ein Gespräch mit den beiden Frauen. Er fragt sie, wohin sie fahren
würden. Eine der Frauen erklärt lächelnd: „Wir sind heute beim Schule schwänzen. Wir
fahren ein Stück, gehen auf einen Kaffee, dann einkaufen, bummeln. Wir machen
uns einen schönen Tag. Wir schwänzen die Schule. Wir sind heute einfach nicht
arbeiten gegangen.“
Neben diesen „Schulschwänzerinnen“ setze ich schmunzelnd meine
Google-Bildungsrecherche fort und lese, dass Sir Ken Robinson einer der
populärsten Bildungsexperten in den USA ist. Er setzt sich für einen
Paradigmenwechsel in den Schulen ein, der das existierende Bildungssystem für
die Anforderungen des 21.Jahrhunderts fit machen soll. Er hält es für dringend
notwendig, dass die Schulen vermehrt die Kreativität der Kinder fördern, wenn
erreicht werden soll, dass die Schulabgänger eine Chance haben, sich auf dem
heutigen Arbeitsmarkt zu etablieren.
Markierung im Turnsaal
Am nächsten Tag
beobachte ich die Kinder und Lehrer in der Hauptschule Gmunden – während mir
die Statements von Robinson immer noch durch den Kopf spuken. Doris
Stelzer bringt mich zuerst in die Garderobe des Turnsaales. Wir passieren ein
paar dunkle Gänge, verirren uns ein wenig und erreichen schließlich die Garderobe. Ich werfe einen Blick
in die reguläre Turnstunde, die gerade im Saal stattfindet. Die Schüler
spielen „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“ Am Ende gibt die Turnlehrerin mit
ihrer Pfeife das Signal, dass das Spiel beendet ist und fordert die Schüler - die dieses Ritual offenbar kennen - auf, hinter einer blauen
Bodenmarkierung eine Reihe zu bilden. Verblüfft sehe ich, wie schnell sich alle
SchülerInnen hinter der Linie aufstellen. Nun geht die Turnlehrerin zu
dem Schüler ganz rechts außen und sieht ihn wortlos mit strengem Blick an.
Seine Zehen übertreten die blaue Linie. Nach einigen Sekunden korrigiert er
seine Platzierung und stellt sich ein paar Zentimeter weiter hinten hin. Die
Turnlehrerin kommentiert: „Gute Idee!“
Als die Pausenglocke ertönt, holt mich Doris Stelzer aus dem Turnsaal. Sie
hat soeben erfahren, dass die Probe für das Showing in einem anderen Raum und
nicht im Turnsaal stattfindet. Wir gehen durch die dunklen Gänge zurück in
einen Raum, der sich direkt neben dem Eingang befindet - eine Bibliothek mit
einer großen freien Fläche, wo Frans Poelstra schon auf uns wartet. Martin Krammer wird mir vorgestellt, der Klassenlehrer
jener Schüler, die mit dem heterogenen Künstlerteam gearbeitet haben. Er fragt
die Choreographen, ob er behilflich sein kann, serviert Kaffee und Wasser,
bespricht den Ablauf der kommenden Stunden mit ihnen und scherzt mit den
Schülern der 1.i-Klasse, die kurz darauf eintrudeln und im Raum spielen. Ich
mache ein Foto von den Kindern, woraufhin ein elfjähriger Junge zu seinem
Freund meint: „Schau, jetzt kommen die Paparazzi schon in die Schule.“ Dann sagt
er zu mir: „Sind Sie von der Kronenzeitung? Ich möchte lieber vor einem Auto
fotografiert werden.“ Er ist eines der vier „Integrationskinder“ in der Klasse.
In jedem Jahrgang der Hauptschule Gmunden gibt es eine sozial-integrativ
geführte Klasse. Die Hauptschule Gmunden gilt als die einzige behindertengerechte
Pflichtschule in der Stadt. Bis vor kurzem gab es zwei eigenständige
Hauptschulen - die Hebbel- und die Habertschule. Wegen der stetig schrumpfenden
Schülerzahl wurden sie aber im Schuljahr 2007/08 zusammengelegt. Die
Entwicklungsunterschiede zwischen den Kindern in dieser Klasse sind enorm, aber
der Umgang der Kinder miteinander wirkt überaus respektvoll. Die 1.i ist
insofern eine spezielle Klasse, weil es hier – auf Initiative der Eltern und
Lehrer – keine Noten gibt, bis die Kinder 14 Jahre alt sind. Das Ganze ist als
Schulversuch deklariert.
Die Choreographen bringen
die Schüler mit der Hilfe des Klassenlehrers und einer weiteren Lehrerin in
eine kompakte Gruppe zusammen und erklären ihnen etwa eine halbe Stunde lang
den Ablauf der internen Schlusspräsentation, die in einer Stunde im Turnsaal
stattfinden wird. Rund hundert Schüler der Hauptschule werden kommen, um einen
Eindruck von der Arbeit der Choreographen mit den Schülern zu bekommen. Am
nächsten Tag wird die Präsentation hier in der Bibliothek noch einmal im
kleineren Rahmen für die Eltern der Schüler stattfinden. Ich sitze mit zwei
weiteren Lehrerinnen, die die Probe aufmerksam verfolgen, auf einer Bank im
hinteren Teil des Raumes. Während die Kinder kaum Anzeichen von Nervosität zeigen,
ist den LehrerInnen eine gewisse Anspannung anzumerken. Ob sich die Schüler die
Reihenfolge der Sequenzen bis zum Showing merken werden? „Wir werden euch immer
sagen, was als nächstes kommt. Wenn ihr euch nicht erinnern könnt, ist das kein
Problem“, sagen Frans Poelstra und Doris Stelzer zu den Kindern. Wenn einer der
Schüler abdriftet, die Konzentration verliert, sich aus dem Kreis bewegt oder
sich mit einem Freund spielt, sind sofort der Klassenlehrer oder seine Kollegin
zur Stelle und kümmern sich einfühlsam darum, dass die abschweifenden Schüler
wieder an den Vorbereitungen teilnehmen. Der Klassenlehrer motiviert die
Schüler zwischendurch und fordert sie auf, ruhig zu sein, wenn der
Geräuschpegel steigt.
Präsentation mit Stopps
Die Lehrerinnen neben mir
sind ein wenig irritiert und besorgt über das unautoritäre Auftreten der
Choreographen, beschließen aber dann, dass es das beste sei, sich zu entspannen. Nach dem
theoretischen Durchgehen der Reihenfolge folgt der klassische praktische
Durchlauf. Das Showing ist nicht als eine finale Aufführung gedacht, die ein
Schlussprodukt zur Schau stellt, das in den sechs Wochen erarbeitet wurde,
sondern vielmehr als eine Station im Arbeits- bzw. Spielprozess, in den die
Mitschüler und Eltern einen Einblick bekommen sollen.
Die Präsentation wird mit
dem Tintenfischspiel beginnen, einer Szene, in der sich die Schüler frei im
Raum bewegen bis einer von ihnen stoppt. Das Stopp ist das Signal für die ganze
Gruppe, die dann in der momentanen Bewegung einfrieren soll. „Haltet die Stopps
länger“, sagt Frans Poelstra: „Es ist total spannend, wenn sich niemand
bewegt“. Das fällt nicht allen ganz leicht, denn wenn man sich auf die eigene
Bewegungsimprovisation konzentriert, kann man schnell übersehen, dass die
anderen schon stillstehen. „Ihr müsst auf die anderen hören“, erklärt der
Choreograph.
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Nach dem Durchlauf stellen
sich die Kinder in einer Zweierreihe vor der Tür auf, um in den Turnsaal zu
gehen. Dort befinden sich bereits eine Fotografin von der Kronenzeitung, Airan
Berg und Marlies Leibitzki von Linz09, der Direktor der Schule sowie ein Mädchen im
Rollstuhl, vermutlich eine Schülerin. Kurz darauf füllt sich der Saal mit
zahlreichen Schülern, die in einem großen Rechteck gruppiert werden, in dessen
Mitte die Kinder der 1.i sitzen. Ich stelle fest, dass mehrere Mädchen die
gleichen türkisen T-Shirts und die gleichen Hosen tragen.
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Nach einigen einleitenden
Worten des Direktors geht es los: Zuerst das Spiel mit den Bewegungsstopps, das
zuvor noch einmal geübt worden ist. Dann legen sich alle Kinder auf den Boden. Doris
Stelzer geht mit einem Mikrophon herum und fragt die Kinder, was sie gerade
machen, sowie, ob jemand etwas zu sagen hätte. Ein Schüler streckt die Hand
nach dem Mikrophon aus und erklärt, warum es schön ist, einfach nur auf dem
Boden zu liegen. Es handelt sich nicht um einen einstudierten Text, sondern um
ein spontanes Statement des Jungen. Die Choreographen haben die Szene mit dem
Mikrophon zwar auch in der Probe mit den Schülern ausprobiert, es wurden aber
keine Antworten geprobt. Festgelegt wurde nur, dass an dieser Stelle diese
Frage gestellt werden wird und dass jeder, der etwas sagen möchte, das
Mikrophon bekommen wird und etwas sagen kann.
Auch der Junge, der mich für
die Fotografin der Kronenzeitung gehalten hat, möchte etwas sagen. Er steht
auf. Doris Stelzer bittet ihn, beim Sprechen einfach liegen zu bleiben. Er
setzt sich hin, nimmt das Mikrophon und begrüßt das „Publikum im Zirkus“. Alle
lächeln. Dann legt er sich wieder hin. Weiter geht es mit sämtlichen Bewegungsspielen, die nun im
Turnsaal präsentiert werden: Es gibt eine Szene, in der alle Schüler in Paaren
eine kurze Begrüßungschoreographie tanzen, die sie sich jeweils selbst
ausgedacht haben. Danach wird eine Choreographie von der ganzen Klasse mehrmals
gemeinsam getanzt - Doris Stelzer, Frans Poelstra und eine Lehrerin tanzen
mit. Besonders gut gefällt den zusehenden Schulkollegen eine Szene, in der
immer zwei Schüler in schnellem Wechsel zu einer schwungvollen Musik durch den
Raum laufen und dann eine Aktion - wie einen Sprung oder eine Rolle am Boden - ausführen.
Ein Showing mit Zugabe
Die letzte Choreographie ist
ziemlich herausfordernd, weil es mehrere Gruppen gibt, die unterschiedliche
Bewegungssequenzen präsentieren, welche wieder die Kinder selbst erfunden
haben. Sie werden simultan im Raum getanzt und jeweils nach einer Musikphrase
an einem anderen Ort im Raum wiederholt. Um ein totales Chaos in dieser Schlussszene
zu vermeiden, läuft Stelzer von Gruppe zu Gruppe und tanzt für kurze Zeit
mit den einzelnen Gruppen mit, während Frans Poelstra von Gruppe zu Gruppe
läuft und laut mitzählt, damit die Schüler wissen, wann der nächste räumliche
Wechsel kommt. Den Kindern macht die Präsentation sichtlich Spaß, Angst vor
Fehlern scheint niemand von ihnen zu haben.
Das Publikum wird auch in
eine Szene eingebunden, die die Choreografen „Schmelzfiguren“ nennen, weil die
Schüler mit ihren Körpern in Slow Motion verschiedene Aktionen imitieren und dabei
so fließend wie möglich von einer Tätigkeit in die nächste übergehen. Das
Publikum soll anschließend erraten, um welche Aktivitäten es sich gehandelt hat.
Gegen Ende des Showings stellt sich heraus, dass die Präsentation etwas
mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als geplant. Denn einige Mädchen haben in
ihrer „Freizeit“ eigenständig eine Choreographie einstudiert,
die sie am Ende des Showings als „Zugabe“ präsentieren wollen. Deshalb tragen
sie die gleichen türkisen T-Shirts. Diesem Wunsch steht allerdings das
gnadenlose Klingeln der Pausenglocke entgegen, bei deren Ertönen die Schüler im
Publikum aufspringen und den Turnsaal sofort verlassen wollen. Die Zugabe sehen
nur noch die Schüler der 1.i und ein paar Lehrer.
Pädagogik der Autonomie
Was Doris Stelzer und Frans Poelstra in der
Hauptschule in Gmunden versuchen, könnte man als eine Art „Pädagogik der
Autonomie“ bezeichnen. Die Choreographen ermutigen die Kinder dabei, ihren
Körper als eine Quelle kreativer Möglichkeiten wahrzunehmen und nicht bloß als
ein Instrument für die effiziente Ausführung von Instruktionen oder die
Repräsentation besonderer Fertigkeiten, sie fordern die Kinder immer wieder
auf, einander gegenseitig, ihren Körpern, dem Raum sowie der (raren) Stille zuzuhören.
Guido Reimitz, der Ideenstifter des Schulprojektes bei Linz 09, der zum
Eltern-Showing am nächsten Tag kommt, sagt nach der Präsentation am
Wirtshaustisch, wo ein paar Lehrer und die beiden Choreographen das Projekt
reflektieren: „Kinder lernen in autodidaktischen Schüben, und das Einzige, was
die Schule machen kann, ist, Atmosphären zu schaffen, sodass diese
autodidaktischen Schübe öfter kommen oder sich besser ausbreiten können. Alles,
was ,Lehre‘ ist, dient eigentlich ausschließlich der Disziplinierung.“
Frans Poelstra: „Ich habe das auch in unserem Workshop gespürt - dass ich
mich mehr und mehr mit den Umständen
beschäftigt habe, mit der Frage, wie ich einen Raum schaffen kann, wo etwas
passieren kann. Und dann geht es.“ Doris Stelzer erzählt – auf den Beginn des Projekts zurückblickend: „Als
wir in die Klasse gekommen sind, haben die Kinder gesungen ,Guten Morgen, Frau
Lehrerin‘ und so weiter. Wir haben das einmal umgedreht. Wir haben diese Begrüßung für
sie gesungen.“ Und Poelstra fügt an: „In meiner ersten Stunde ist der Direktor der Schule in die
Klasse gekommen und alle Schüler sind sofort aufgestanden. Ich habe gesagt:
,Super! Das will ich noch einmal sehen.‘ Ich habe den Direktor gefragt, ob er
noch einmal hinausgehen und hereinkommen könne.“
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Beim Eltern-Showing ist die Atmosphäre ruhiger und intimer. Den Höhepunkt
stellt eine spontan eingefügte Szene dar, bei der die Eltern dazu aufgefordert
werden, sich als lebende Statuen in den Raum zu stellen, um von ihrem Sohn oder
ihrer Tochter bewegt zu werden. Die Spielfläche wird nach ein paar
auffordernden Gesten der Kinder auch von den Mamas und Papas bevölkert – vor
allem zur Freude der Schüler, die in dieser Übung ihre Eltern choreographieren
dürfen.
Eine Mutter, die
neben mir sitzt, sagt danach zu einem Elternpaar: „Habt ihr das schon einmal
ausprobiert? Das müsst ihr zuhause ausprobieren. Das ist total entspannend. Ich
bin völlig entspannt.“ Am Ende der Präsentation sagt der Klassenlehrer: „Das kann es ja nicht
gewesen sein!“ Er überreicht den Choreographen zum Dank ein Buch, in dem kurze
Texte der Schülerinnen versammelt sind. Jeder Schüler hat eine Seite gestaltet.
Ich lese:
Für mich war das Tanzen einfach schön.
Weil wir viel gemeinsam gemacht haben. Aber auch einzeln.
Anna
Für mich ist Tanz mehr als nur Bewegungen zur Musik! Tanz ist einfach alles. Auch Bewegungen, die gar nicht zur Musik passen oder
Bewegungen ganz ohne Musik.
Simon
Fußnoten:
[1] Sir Simon Rattle auf youtube: „Rhythm is it – Creativiteit“: http://www.youtube.com/watch?v=W9mneDmFd0g&feature=PlayList&p=C42D56B0FDE95AD4&playnext=1&playnext_from=PL&index=57,
Zugriff im Juni 2009.
[2] Sir Ken Robinson
auf: http://www.geistesblitz.de/2008/sir-ken-robinson-ueber-bildung-und-kreativitaet/,
Zugriff im Juni 2009.
KünstlerInnen:
Frans Poelstra arbeitet als Performer, Regisseur, Coach und Lehrer. Er produziert und tourt hauptsächlich in Europa. Mit dem Autor und Performer Robert Steijn beginnt mit „United Sorry“ eine gemeinsame internationale Zusammenarbeit (Amsterdam/Wien). Gemeinsame Performances sind unter anderem „Frans Poelstra, his dramaturge and Bach“ (ImPulsTanz Wien, 2004) „I am... in concert“ (Coda festival, Oslo 2004), „The Intensifiers, part 1“, „Hosting Matt Mullican“ (Linz, 2006), „Dan, Martha, Trisha, Frans and Robert“ (Tanzquartier Wien, 2006) und „feminine delight“, steirischer herbst, Graz, 2007). 2003 entsteht ein Solo über seine Midlife-Crisis - „Frans Poelstra zaubert“. Frans Poelstra organisiert „an afternoon of entertainment“ im Kunsthalle Project Space Wien, an dem er seinen Geburtstag im Rahmen von Radikal Lokal Wien (2005) feiert. Weitere Projekte: das von Meg Stuart kuratierte Improvisations-Projekt „Auf den Tisch“ (Tanzquartier Wien und Mozarteum Salzburg, 2006); Tanzperformance für Teenager namens „F-art“ mit 5 TänzerInnen der Linzer Graduierten-Compagnie x.ida (2006); gemeinsam mit Andrea Bold „beinander“, eine Babyperformance mit älteren Menschen und Babys (Tanzquartier Wien, 2007). Seit 1984 gibt Frans Poelstra regelmäßig zahlreiche Workshops an internationalen Ausbildungsstätten, auf Festivals und an Tanz- und Theaterhäusern in Amsterdam, Lissabon, Maputo (Mosambik), Montreal, Helsinki, Paris, Berlin, Wien, Oslo u.v.m.
Doris Stelzer, geboren in Oberösterreich. Nach ihrem Studium Biotechnologie und Tanz arbeitet Doris Stelzer mit dem Kompaniekollektiv „dis.danse“ an eigenen Tanz- und Performance-Projekten sowie mit dem Medium der Fotografie (Bettina Frenzel, „microscopic view“ 2005 und „inner space/outer space“, 2004) und des Videos (Jan Machacek, „performance parcours“ - microscopic view part 2“, 2007). Ihr Interesse gilt dem Körper als Archiv und dessen Eigenschaften und Fähigkeiten in physischer und anatomischer Hinsicht. Sie erhält das danceWeb-Stipendium 2001 und ist Artist in Residence bei ImPulsTanz Wien, 2006. Sie arbeitet zusammen mit Barbara Kraus im Jahr 2006 und mit Oleg Soulimenko und Lisa Hinterreithner im Jahr 2005. Derzeit ist sie Artist in Residence im K3 Zentrum für Choreografie Tanzplan Hamburg. Ausgewählte Choreografien sind „shifted views“ (ImPulsTanz 2007); „a tiny little peepshow dance“ (Tanzquartier Wien, 2006).
(22.06.2009)
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