Schwärme allenthalben. Auf den Straßen und im Auditorium. Im Meer und im Internet. In der Luft und im Körper. Der Schwarm ist eine tanzende Struktur, die bestimmten choreografischen Regeln folgt. Jede Gruppe, schon gar eine, die sich auf der Bühne bewegt, trägt Merkmale einer schwärmischen Ordnung in sich. Mit dem Denkmodell des Schwarms lassen sich Formationen diskutieren, die früher gern als „Massen“ bezeichnet wurden. Im folgenden werden in drei Texten Literaturen untersucht, die sich mit verschiedenen Zugängen zu diesem Denkmodell befassen: Giorgio Agambens „Die Beamten des Himmels. Über Engel“, Rudolf von Labans „Die Welt des Tänzers“ und Bücher aus der Science Fiction-Literatur, Frank Schätzings „Der Schwarm“, Stanislaw Lems „Der Unbesiegbare“ und der vor zwei Jahren neu aufgelegte Perry Rhodan-Zyklus „Der Schwarm“. Eine Liste mit weiterführender Literatur ergänzt den darin angerissenen Diskurs. (ploe)
Wo die echten Engel zu finden sind
Giorgio Agamben: Die Beamten des Himmels. Über Engel, Frankfurt/Main u. Leipzig: Verlag der Weltreligionen 2007
Von Joachim Fersengeld
Der Verlag der Weltreligionen, der seit kurzer Zeit unter Suhrkamp-Leiterin Ulla Unseld-Berkéwicz in Verantwortung des Insel Verlags auf das derzeit wachsende Interesse an allerlei Religiosität reagieren soll, hat ein seltsames kleines Projekt lanciert. Während sich das Erscheinen der beiden nächsten Bände des italienischen Philosophen Giorgio Agamben in deutscher Übersetzung beim Suhrkamp Verlag verzögert, befindet sich ein Kapitel aus „Das Reich und die Herrlichkeit. Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2“ seit Ende September 2007 in Form eines eigenen Bändchens - als Appetizer und wohl auch als zusätzlicher kleiner Booster für den Religionsverlag - im Handel.
Das ist clever: So sind Agamben-Freunde verführt, das Buch zweimal zu erwerben. Dafür bringt der Verlag neben „Das Reich und die Herrlichkeit“ auch noch einen weiteren Agamben-Band heraus: „Die Sprache und der Tod. Ein Seminar über den Ort der Negativität“. Beide Bücher sind für den 6. Jänner 2008 angekündigt.
Ministerien
Das vorab lancierte Kapitel „Über Engel“ ist um einen Anhang erweitert, der Thomas von Aquins Angelologie enthält, auf die sich der Philosoph in seinem Text wiederholt bezieht. Wie der Titel bereits vermuten läßt, haben Agambens Einlassungen über die Engel mit einem Kotau vor der Religion nichts zu tun. Vielmehr folgt der Autor den Spuren einer Wechselbeziehung zwischen profaner und überirdischer Bürokratie. Und dieser Pfad ist ein wenig unheimlich. Der „Begriff der Hierarchie", schreibt Agamben in seiner Einführung, „ist eine Erfindung des Pseudo-Dionysius, und das Wort ,Ministerium‘ wird erstmals vom heiligen Hieronymus in der modernen Bedeutung von ,Gesamtheit der Beamten und Ämter‘ verwendet (...)“. (S. 12) [Pseudo-Dionysius ist das Pseudonym eines unbekannten Autors aus dem sechsten nachchristlichen Jahrhundert, der einflußreiche Schriften über die kirchliche und die himmlische Hierarchie verfaßt hat; und Hieronymus war ein Kirchenvater aus Istrien, der am 30. September 419 in Betlehem starb, Anm.d.A.]
Mit Zurückhaltung und Akribie errichtet Agamben über seiner Darstellung des Ursprungs der westlichen Kirchenamts- respektive der weltlichen Regierungshierarchie und der Schichtstruktur der himmlischen Heerscharen noch einen anderen Diskurs: Wie zielstrebig über Jahrhunderte hinweg der Himmel auf Erden so erfunden wurde, daß er hienieden als Modell den „Regentschaften von Gottes Gnaden“ dienlich sein konnte. Denn eine profane Hierarchie, die eine göttliche Setzung widerspiegelt, ist für den Schwarm der Gläubigen wohl bindender als eine bloß weltlich legitimierte.
Doppelter Schwarm
Tief sind die religiösen Strukturen der Engelsadministration in die Apparate der alten Monarchien - aber auch in die der gegenwärtigen Regierungen - mit ihren „Engeln“, den Ministern, Sekretären und Beamten, eingeschrieben. Die Kaste der Engel weist nach Agamben auf den Kampf der monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam gegen Tendenzen des Dualismus hin. Zu unterscheiden seien dabei jene Engel, die ausschließlich dazu dienen, die allerhöchste Instanz der Religion zu lobpreisen, und jene, denen konkrete administrative Aufgaben zufallen.
Diese letzte Instanz ist dabei von einem zweifachen Schwarm aus ungezählten, zum Teil aber auch namentlich ausgewiesenen Engeln umgeben, die von dem Obersten schwärmen, durch die dieses über allem Stehende aber auch wirksam wird. So ist der doppelte Torus, den die zeitgenössische Forschung in ihren Experimenten als jene geometrische Figur ausmacht, die Schwärme am häufigsten einnehmen, bereits in den Engelsmassen der frühen Kirchen vorgezeichnet. Der innere Torus widmet sich einer „Politik der Akklamation“, wie es bei Agamben heißt, der äußere ist für den „Außendienst“ bestimmt.
Besessenheit
Die „hierarchische Obsession“ der frühen Kirchenideologen projiziert Modelle der Massenbildung unter der Disziplinierung bestimmter Regeln, die die Chöre der Engel einhalten: „(...) bemerkenswert ist, daß die Idee einer multitudo oder einer unendlichen Menge vernunftbegabter Lebewesen ihre erste Formulierung nicht im Zusammenhang mit den Menschen, sondern den Bürgern der Himmelsstadt fand; diese bilden freilich mitnichten eine gestaltlose Menge, sondern eine durch und durch hierarchisch geordnete Vielheit.“ (S. 43f)
Der Ausdruck hierarchia bedeutet nach Thomas von Aquin nicht „heilige Ordnung“, sondern „heilige Herrschaft“. Agamben: „Tatsächlich zieht sich durch den gesamten Dionysischen corpus der zentrale Gedanke, daß das Heilige und Göttliche sich dadurch auszeichnen, hierarchisch geordnet zu sein.“ (S. 46) Dabei dient die „Hymnologie“ der Lobpreisung als „gouvernmentales Dispositiv“. Was geschieht allerdings, wenn am Ende der Tage, nach dem „jüngsten Gericht“, die Funktionen der Engel obsolet werden? Agamben führt aus, warum dann die Hierarchie - „als Herrlichkeit“ - überlebt: Die Heilsgeschichte hat sich erfüllt, weiter jedoch rotiert die Maschinerie, in der es „untätig gewordenen Engeln überlassen bleibt, die pleromatische Gestalt des Politischen zu verkörpern“. (S. 63) [gr. pleroma = Fülle, Ausfüllung, Vervollständigung, Anm.] „Der Kultus lebt lediglich als Doxologie fort." (ibid.) [Doxologie = Lobpreisung, Anm.]
Agamben führt seine Überlegungen stets in der Nähe von Franz Kafka, dem „größten Theologen des 20. Jahrhunderts“ (S. 13 f), und mit diesem zu dem Schluß: „Das letzte, glorreiche télos des Gesetzes und der englischen wie der profanen Macht ist es, außer Kraft gesetzt, unwirksam gemacht zu werden.“ (S. 72) [télos = Ziel, Anm.] Wenn bereits ein Kapitel aus „Das Reich und die Herrlichkeit“ ein solcher Schatz ist, darf man sich auf das vollständige Buch besonders freuen.
Hinweis:
Bei Stanford University Press ist im Juni dieses Jahres Giorgio Agambens Essayband „Sovereignty & Life“ erschienen.
Universum der Ambivalenz
Rudolf von Laban: Die Welt des Tänzers, Stuttgart: Walter Seifert Verlag 1922
Von Helmut Ploebst
„Der Körpertanz ist die Mitteilung einer Teilspannung in der Körperbewegung." (58) [*]
„Tänzerisches Schaffen ist nicht nur Lust und Kunst, sondern ernste Kulturarbeit." (144)
„Der Gedanke, daß das ganze Leben ein Fest ist, hat für den tänzerischen Menschen,
der den Sinn des Daseins ergründen will, etwas außerordentlich Bestechendes." (115)
„Tanz“, postuliert Rudolf von Laban, „ist alle Kultur, alle Gesellschaftlichkeit.“ (8) Sein Buch „Die Welt des Tänzers“ erscheint erstmals 1920 - hier wird auf die 1922 publizierte Ausgabe Bezug genommen - und stellt einen ersten und bis heute so nicht wieder erreichten Versuch dar, die Spezifika des damals neuen, modernen Tänzerischen im westlichen Kulturkreis zu umschreiben. Der Autor, eine der Ikonen des Tanzes im frühen 20. Jahrhundert, erschwert die Rezeption seines Werks für heutige Leser durch seine Involviertheit in das NS-Regime. Aber unter bestimmten Perspektiven macht gerade Labans Biografie das Buch - und seinen anderen Nachlaß - zu einem wichtigen Instrument der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Kunst und Ideologie.
„Die Welt des Tänzers“ ist ein ideologisches Traktat. „Tänzer ist mir jener neue Mensch“, stellt der Verfasser fest, „der seine Bewußtheit nicht einseitig aus den Brutalitäten des Denkens, des Gefühls oder des Wollens schöpft.“ (3) Nach Ende des Ersten Weltkriegs befand sich Europa in einer existentiellen Krise. Die historische Ordnung der Aristokratie hatte sich auf den Schlachtfeldern aufgerieben. Das Fin de siècle war vielfach als Zeit von Dekadenz und Stillstand empfunden worden und nun, nach dem großen Sterben, vermengten sich Depression und Aufbruchswille zu einem politischen Stoff, der bereits mit den Utopien des ausgehenden 19. Jahrhunderts getränkt war.
Der „neue Mensch“
Die von Laban vorgeschlagene Repräsentation der Erneuerung erinnert an die Ideale der Arbeiterkulturbewegung, die nach 1918 einen enormen Aufschwung erfuhr: „Mit leuchtendem Auge, den ganzen Körper gespannt, steht der neue Mensch. Eine Armbewegung löst sich langsam, die gehobene Hand deutet an, daß er sprechen will. Den Raum zwischen ihm und uns durcheilen die Lichtwellen, die von seiner Erscheinung in unser Auge strömen. Bald folgt der Klang seiner Stimme und nach den Gesetzen seiner heimatlichen Sprache deutet er uns die Erregungen an, die sein Inneres durchfluten.“ (13) Dazu heißt es passend im Katalog der Ausstellung „Der neue Mensch“ des Hygiene Museums Dresden aus dem Jahr 2000: „Der ,Neue Mensch‘ ist eine Leerformel, doch diese wurde aufgefüllt von Sehnsüchten, Wunschträumen unterschiedlichster Art. Als Leitbild stand er ,Diktatoren und Schlächtern‘ ebenso wie ,Revolutionären, Aufklärern und Humanisten‘ vor Augen (...).“ [1]
Hier schlägt sich das Zeitgefühl des Expressonismus nieder. Die Figur der Gedrücktheit in der Krise sollte durch eine des „Hochstrebens“ abgelöst werden. So beginnt der erste von insgesamt fünf Text-„Reigen“, in die Laban sein Buch einteilt. Nach dem Prinzip des Pentagramms, was sich dadurch erklären könnte, daß Laban den Rang eines „Stuhlmeisters“ in der Loge „Libertas et Fraternitas“ des „Ordo Templis Orientis“ bekleidete. Die Konstitution der von Theodor Reuß 1916 auf dem Monte Veritá patentierten Bruderschaft war in weiten Teilen einem Text von Aleister Crowley entnommen. Auch Mary Wigman war Gründungsmitglied der Loge, die 1917 nach Zürich übersiedelte. Geheimgesellschaften standen damals hoch im Kurs.
Geheime Bünde
Unter dem Stichwort „Das Geheimbundwesen“ (107f) schreibt Laban über die Bünde als „Gemeinschaften, deren vornehmliches Ausdrucksmittel die kultischen Handlungen waren, und die im Übrigen das Schweigen für den besseren Teil der Rede hielten.“ (107) Und weiter: „Seit ungezählten Jahrhunderten sind einsichtige Menschen zu solchen Kulturbünden zusammengetreten. Ihre Sprache war der Kulttanz. Auch heute noch bestehen solche Bünde, die der Laie wenig kennt und meistens für religiöse Sekten hält.“ (108) Laban schreibt diesen Bünden „unveränderlich gültige Erfahrungen (...) über das Wesen und die Entwicklungsmöglichkeiten der Einzel- und Massenpsyche“ (ibid.) zu, die auch gefährlich seien, wenn sie nur auf den Nutzen für eine bestimmte Interessensgruppe angewendet würden. Das höchste Ziel der geheimen Bünde sei aber die „Hebung des allgemeinen Kulturniveaus“.
„In der Geschichte der Kulturbünde und Kultgemeinschaften, im Inhalt ihrer Mysterien und in ihrer organisatorischen oder sonstigen Praxis“ ortet Laban „so manches, das einer kultischen Tanzbildung zur Grundlage dienen könnte.“ (109) Er wendet sich gegen die Übel der „falschen Zivilisationsbedürfnisse“ und klagt: „Was als Menschenschönheit gilt, ist fast niemals mehr natürliche Anmut und Kraft, sondern künstliche Übersteigerung und Verzerrung ins Verweichlichte oder ins krankhaft Degenerierte.“ (134) Die unangenehme Ursache: „Die ungesunde Trennung der menschlichen Teileigenschaften ist heute eine Folge des überspannten Intellektualismus. Überspannte Triebhaftigkeit oder Gefühlsmäßigkeit erzielte in früheren Zeiten bei anderen Rassen das gleiche Übel.“ (135) Und, ganz im Trend der Zeit, macht der Autor den „überentwickelten Verstand“ dafür verantwortlich, daß „alles Körperliche“ verachtet werde (vgl. ibid.).
Eine NS-Karriere
Warum also noch „Die Welt des Tänzers“ lesen? Aus nachvollziehbar erscheinenden Gründen ist dieses Buch seit Jahrzehnten nicht neu aufgelegt worden, im Unterschied zu anderen Werken wie die „Kunst der Bewegung“ oder die „Choreutik“. Die Tanzgeschichtsschreibung ist bis heute entweder lückenhaft und selektiv geblieben oder schlicht katastrophal unzeitgemäß wie etwa Jochen Schmidts Versuch aus dem Jahr 2002 [2] . Über Labans wichtige Rolle in der NS-Tanzpolitik bis zu dem Moment, in dem er bei Goebbels - unter dem er sehr gerne gedient hatte [3] - in Ungnade fiel, ist weder bei Schmidt noch übrigens auch in dem deutschsprachigen Eintrag Wikipedia (bis dato) auch nur ein Wort vermerkt. Auch das Londoner Laban Centre verharmlost Labans Wirken mit verblüffender Chuzpe: „He was appointed director of movement and choreographer to the Prussian State Theatres in Berlin in 1930. In 1934, in a Nazi Germany, he was appointed director of the Deutsche Tanzbühne. Falling foul of Nazism in 1936 while at the height of his career, his name and work was destroyed by the Government Propaganda Ministry. Many of his followers emigrated, especially to the United States, and in 1938 he took refuge in Britain.“ [4]
Der Eintrag in der englischen Wikipedia-Site ist etwas wirklichkeitsgetreuer: "From 1930 to 1934 he was director of the Allied State Theatres in Berlin, Germany. In 1934, he was promoted to director of the Deutsche Tanzbühne, in Nazi Germany [a]. Some of his disciples believe he took a less active role when the Nazi's took power, but in fact he directed major festivals of dance under the funding of Joseph Goebbels' propaganda ministry from 1934-1936 [b]. Laban even published racist viewpoints during this time noting, ‘We want to dedicate our means of expression and the articulation of our power to the service of the great tasks of our Volk. With unswerving clarity our Führer points the way.' [c] His falling out with the Nazi regime culminated in 1936 with Goebbel's banning of Vom Tauwind und der Neuen Freude (Of the Spring Wind and the New Joy) for not furthering the Nazi agenda. [d] By 1937 he was exiled from Germany and fled to England.“ [5]
Der Tanzphilosoph
Unter dem Aspekt dieses Konflikts in der Tanzgeschichtsschreibung, der sich auch auf die Darstellung der Biografien von anderen Größen der Tanzmoderne wie Mary Wigman und Gret Palucca ausdehnt, ist es natürlich wichtig, die entsprechenden Wissenslücken zu füllen. Im gleichen Zug ist es notwendig herauszufinden, welche Verkettungen von Ideologemen diese Helden in welche ideologischen Verstrickungen im Zusammenhang mit der NS-Kultur geführt haben. Und dafür stellt ein Werk wie „Die Welt des Tänzers“ eine gute Quelle dar. Wenn Schmidt dieses Buch als Labans erste „tanzphilosophische“ Schrift bezeichnet [6] , dann weist er - zu Recht - implizit darauf hin, daß diese Grundlage wohl auch auf seine anderen Schriften einwirkt, die sich mit Choreografie und Bewegungslehre befassen.
Das Buch ist ein Paradies für kritische Textanalysen: Die Wortwahl und der Sprachstil mit seinen zahlreichen, oft trivialen Verbindungen zur zeitgenössischen Umbruchsrhetorik; der Hang zur Feierlichkeit im Ausdruck; der eindeutige Versuch, das tänzerische Denken nicht nur zum Zweck seiner Emanzipation darzustellen, sondern auch zu verteidigen und dabei idealistisch zu überhöhen. Und der körperpolitisch heute wieder relevante Anticartesianismus und Labans weiter Tanzbegriff kommunizieren - aus der Ferne - mit (jetzt) zeitgenössischen Ansätzen. Wenn die Moderne ohne ihr fundamentales Pathos gelesen wird, dann wird sie falsch gelesen. Die Ablösung von den alten Politikformen geschah auf einem breiten Strom an Beschwörungen mit therapeutischem Charakter, in einem Formelbarock als Ausdruck der Suche nach neuen Orientierungen und Definitionen. Wenn dieser sich bei Laban hervorragend als Träger von Emotionen eignet, auf welchen wiederum sehr rationale Denkmodelle neben fiktionalen Spekulationen projiziert werden, dann führt das geradewegs in den Diskurs um die Zusammenhänge von politischen Verwerfungen und sprachlichem Pathos.
Schwärme von Schlüsselbegriffen
Formal ist „Die Welt des Tänzers“, wie erwähnt, in fünf „Reigen“ aufgeteilt, die nach Stichworten (Begriffen und und Formeln) gegliedert sind, die ohne erkennbare Ordnung auf den Seiten schwärmen und eine überwiegend nichtlineare Lektüre erlauben. Für Laban gilt: „Alles ist Reigen.“ Und zwar in dem Sinn, daß alle „Dinge“ bewegt sind und in jedem Ding „als Spannkräfte entgegengesetzte Bewegungen ihr wechselndes Spiel“ treiben. (203) Es sind also nicht bloß Stichwortsammlungen nach einem glossarischen Prinzip, sondern dynamische Modelle, die nach verschiedenen Methoden gelesen werden können.
Eine Spurensuche in diesem Buch geht nicht ohne Risse und Quetschungen der gegenwärtig kanonisierten Diskursformeln vonstatten. Sie gestaltet sich als schwierig im Abgleich der verschiedenen Codes und Denkmuster zwischen Laban von einst und einem Leser von heute. Und das ist die Herausforderung. Sie liegt in Sätzen wie: „Nicht die Sinne sind in uns, sondern wir sind in den Sinnen, in den Ballungen der Gebärdenkraft, wie in einem Netz gefangen!“ (217) Laban verwendet also den Begriff der Gebärde, der heute durch den Begriff der Geste überschrieben ist. Für Laban bedeutet Gebärde „die immer zusammen auftretende Verstandesarbeit, Gemütsbewegung und Körperbewegung“ (14). Die Geste dagegen ist meist eine „hohle“, „künstliche“, ganz und gar nicht authentische Bewegung. Auch Töne und Gedanken können als Gebärden angesehen werden. „Der Tänzer“, folgert Laban, „empfindet das Denken als Gebärde.“ (16) Von da aus entwickelt er ein Weltbild nach Prinzipien, die er entweder dem Tanz zuschreibt oder die Zuschreibungen des Tanzes (wie er ihn versteht) darstellen.
Rudolf Laban, 1879 im damals österreichisch-ungarischen Bratislava als Rezső Laban de Váraljas geboren, lebte in einer Mischung aus Romantik und Rationalismus, die erst jetzt, in der späten Postmoderne, wieder neu gelesen werden kann, weil Ambivalenz und Ambiguität Kategorien sind, die auf Ermöglichungen hin zielen. Wer aber „Die Welt des Tänzers“ nicht als Textphänomen in Bezug auf ein thematisches Feld liest, sondern wörtlich als Anleitung zum Verständnis dessen, was Tanz ist, wird an den Widersprüchen und Wechselbädern in diesem als Choreografie gebauten Buch scheitern.
Fußnoten:
[*] Die Seitenverweise aus „Die Welt des Tänzers“ sind aus Gründen der Lesefreundlichkeit in runden Klammern hinter die jeweiligen Zitate gestellt.
[1] zit. von Thomas Anz in: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=752&ausgabe=200001
[2] vgl. Jochen Schmidt: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band, Henschel: Berlin 2002.
[3] vgl. Lilian Karina / Marion Kant: Tanz unterm Hakenkreuz, Henschel: Berlin 1996(1) und 1999(2).
[4] http://www.laban.org/php/news.php?id=20
[5] http://en.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Laban; in dem Eintrag werden folgende Quellen angegeben (hier statt [1]-[4] mit [a]-[d] bezeichnet): „[a] Rudolf Laban - extensive biography from "official" site (gemeint ist die Website des Laban Centre, Anm.d.A.); [b] Manning, Susan. "Reinterpreting Laban" a review of "Body-Space-Expression: The Development of Rudolf Laban's Movement and Dance Concepts" by Vera Maletic. Dance Chronicle, Vol. 11, No. 2 (1988), pp 315-320; [c] Rudolf Laban, "Meister und Werk in der Tanzkunst," Deutsche Tanzzeitschrift, May 1936, quoted in Horst Koegler, "Vom Ausdruckstanz zum 'Bewegungschor' des deutschen Volkes: Rudolf von Laban," in Intellektuellen im Bann des National Sozialismus, ed. K arl Corino (Hamburg: Hoffmann & Campe, 1980), p. 176; [d] Kew, Carole. "From Weimar Movement Choir to Nazi Community Dance: The Rise and Fall of Rudolf Laban's ‘Festkultur’". Dance Research: The Journal of the Society for Dance Research, Vol. 17, No2 (1999): pages 73-96."
[6] Jochen Schmidt: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band, Berlin: Henschel 2002, S. 72.
(Anm: Die Netz-Einträge wurden am 3. und 4. Oktober 2007 eingesehen)
"Über allem die Yrr" (Sch 965)
DREI KONZEPTE DES SCHWARMS AUS DER EUROPÄISCHEN SCIENCE FICTION-LITERATUR
Stanislaw Lem: Der Unbesiegbare, Suhrkamp: Berlin 1995. [Code: Lem]
K.H. Scheer; William Voltz; H.G. Ewers; Clark Darlton; Hans Kneifel; Ernst Vlcek; H.G. Francis; Kurt Mahr:
Perry Rhodan. Der Schwarm, Bde. 1-9, Pabel-Moewig: Rastatt 2005/06. [Code: Rho]
Frank Schätzing: Der Schwarm, Fischer: Frankf./M. 2005. [Code: Sch]
Von Fred Arctor
„Kultur ist das Resultat biologischer Prozesse, und biologischer Wandel erfolgt als Reaktion auf kulturelle Weiterentwicklung.“ (Sch 774) „Diese Gebilde von genau symmetrischer Dreiteilung erinnerten in der Form an den Buchstaben Y. Sie hatten drei spitz auslaufende, in einer zentralen Verdickung verankerte Flügel. (...) Ihr Inneres wies immer dieselbe, allerdings mikroskopisch kleine Struktur auf. Ihre Elemente, hundertmal kleiner als ein Sandkörnchen, bildeten eine Art autonomes Nervensystem (...).“ (Lem 148f) „Der neue Blick auf die Natur richtet sich nicht auch auf die Gesellschaft.“ (Brecht 6/526)
„Die Sonne stand schon ganz tief. In ihrem blutroten Licht tauchte vor der Maschine eine schwarze Wand auf. Wolkenähnlich übereinandergeschichtet, reichte sie von der Felsoberfläche [eines Planeten, Anm.] tausend Meter hoch. (...) Unter den horizontal auftreffenden Sonnenstrahlen öffneten sich darin Höhlen, in denen es plötzlich unbegreiflich aufblitzte, als wirbelten in wütendem Tanz Schwärme glitzernder schwarzer Eisenkristalle durcheinander.“ (Lem 103f) „Das Beliebige ist die Figur der reinen Singularität.“ (Agamben 1/63)
Der Emotionaut
[Exkurs 1: „Am neunten Tag nach der Eiablage, oder einem darauf folgenden, verlassen urplötzlich Tausende von Bienen (10.000 und mehr) mit ihrer Königin in einer riesigen Wolke den Bienenstock. Sie sammeln sich später als Schwarm an einer Stelle nahe dem Muttervolk (...). Als nächstes werden einige Hundert Kundschafter, auch Spurbienen genannt, losgeschickt. Diese suchen in der weiteren Umgebung nach einer geeigneten neuen Nistgelegenheit (...). Bei diesen Erkundungen kehren immer wieder Spurbienen zum Schwarm zurück und führen auf der Oberfläche der Schwarmtraube den Schwänzeltanz auf, um weitere Kundschafter an die neu entdeckten Orte zu locken.“ (WP)] „Das endgültige Verschwinden des Menschen im eigentlichen Wortsinn muß notwendigerweise den Verlust der menschlichen Sprache bedeuten, die durch mimische oder klangliche Zeichen - der Bienensprache vergleichbar - ersetzt wird.“ (Agamben 2/18f)
„Zuerst glaubt Weaver an eine Sinnestäuschung. Ein blauer Schimmer, schwach und in einiger Entfernung. Als habe jemand tiefdunkelblauen Staub von einer überdimensionalen Handfläche geblasen, wirbelt die Erscheinung auf und verlöscht wieder. Ein neues Aufleuchten (...) zieht sich in einem Bogen über das Boot [ein U-Boot mit Plexglas-Sichtkuppel, Anm.] hinweg, sodass Weaver nach oben schauen muss. Was sie erblickt, erinnert sie an eine kosmische Wolke.“ (Sch 967) „,Verstanden. Kosum, haben sie mitgehört?‘ Der Emotionaut hob bestätigend die Hand.“ (Rho 1/34)
Das Kollektiv
„Der kleinere, die Arme des Buchstaben Y bildende Teil stellte ein Steuerungssystem für die Bewegung des ,Insekts‘ dar, das in der mikrokristallinen Struktur der Arme eine Art universellen Akkumulator und zugleich Energieumwandler besaß.“ (Lem 149) „,(...) Etwas trifft unseren Paratronschirm. Er wird aber keineswegs belastet. Verstehe ich nicht, Sir! Die bei uns ankommenden Kräfte sind so schwach, daß ich sie normalerweise ignorieren würde.‘“ (Rho 1/39) „Je nachdem wie die Mikrokristalle zusammengepreßt wurden, erzeugten sie ein elektrisches oder ein magnetisches Feld oder aber veränderliche Kraftfelder (...). Die schubähnliche Luftbewegung, die dadurch hervorgerufen wurde, ermöglichte es ihnen, beliebig aufzusteigen, wobei die einzelnen winzigen Kristalle mehr flatterten als flogen und (...) unfähig waren, ihren Flug genau zu steuern.“ (Lem 149)
„Es ist unmöglich zu sagen, wie weit entfernt und wie groß die Wolke ist, aber sie vermittelt ihr das Gefühl, nicht den Grund des Meeres, sondern den Rand einer fernen Galaxis erreicht zu haben.“ (Sch 967) „Der Schwarm bedeckte den Hintergrund des Universums. Für die Männer, die von der Zentrale der INTERSOLAR aus den Weltraum beobachteten, sah es aus, als türmten sich vor ihnen gewaltige Berge überdimensionaler Seifenblasen." (Rho 266) „Das Kollektiv ist riesig.“ (Sch 967) „Verbanden sie sich (...) durch Verkettung der Flügelenden miteinander, so entstanden Aggregate mit umso besseren aerodynamischen Eigenschaften, je größer die Anzahl war.“ (Lem 149) „Das Ganze mutet choreographisch an, ein stummes Ballett, und plötzlich hört Weaver von fern die Musik ihrer Kindheit: Debussys La plus que lente (...).“ (Sch 969) „Ballte sich eine bestimmte Anzahl von ,Insekten‘ zusammen, so wies das Aggregat zahlreiche Gesetzmäßigkeiten auf.“ (Lem 149)
[Exkurs 2: Die Milchstraße und Andromeda sind von einem Schwarm lichtschwacher Zwerggalaxien umgeben, die nur wenige Sterne und Gas enthalten und fast ausschließlich aus Dunkler Materie bestehen. (www.astronomie-aigen.at)]
Die Verdummung
„Seine Ausdehnung war ungeheuer. (...) Zwei gewaltige Energieblasenansammlungen, die durch ihre Überlappung einen einzigen, kristallin schimmernden Schirm bildeten, formten die Vorhut, dann folgte der Hauptteil und schließlich die Nachhut. Auf den Orterschirmen waren natürlich keine Schiffe zu sehen, nur die Blasen der Energieschirme in Form von Echos. Ähnlich wie beim Anblick der Milchstraße verschmolzen die einzelnen Punkte zu einer Einheit, kristallklar und leuchtend, im Detail nicht mehr unterscheidbar.“ (Rho 162) „Über ihr wölbt sich eine blau schimmernde Glocke von gigantischen Dimensionen, hoch wie eine Himmelkuppel.“ (Sch 969) „Alles, was dort geschah, spielte sich hinter den seifenblasenähnlichen, (...) schimmernden Schirmen ab, die den Schwarm umhüllten. Unter diesen Schirmen befanden sich Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen verschiedener Körper, die alle zum Schwarm gehörten und mit ihm durch den Raum flogen.“ (Rho 270) „Am 29. November 3440 hatte um 00:23 Uhr die Verdummung der ganzen Galaxis begonnen.“ (www.perrypedia.proc.org)
„Ich setzte die Okarina an und spielte das ,Lied vom Knaben, der vom Flug zwischen den Sternen träumt‘.“ (Rho 4/116) „Schönheit.“ (Sch 969) „Außer dem (...) trug jeder schwarze Kristall ein zweites Verbindungssystem in sich oder, besser gesagt, ein Bruchstück davon, anscheinend den Teil eines größeren Ganzen. Dieses übergeordnete Ganze, das wohl erst bei der Vereinigung einer riesigen Menge von Elementen entstand, war der eigentliche Antriebsmotor für die Aktionen der Wolke. (...) weder den Kybernetikern noch den Spezialisten für Informationstheorie war eine damit vergleichbare Konstruktion bekannt, das heißt, ein beliebig wucherndes ,Gehirn‘, das seine Ausmaße dem Umfang seiner Absichten anpaßt.“ (Lem 150)
[Exkurs 3: „Jean-Louis Denebourg erklärt: ,Interessant ist die Tatsache, dass Ameisen in einem dezentralen System leben. Es gibt keinen Chef oder Boss, und auch kein Hauptquartier, in dem alle Informationen zusammenlaufen. Es gibt nur sehr lokal begrenzte Informationen!‘ Dennoch sind die Ameisen in der Lage ein Problem auf übergeordneter Ebene zu lösen. Dieses Verhalten wird kollektive Intelligenz genannt.“ (www.3sat.de) „Machen wir es wie die Fische und Vögel!“ (www.heise.de)]
Die Königin
„Ihr Blick (...) taucht unseren Blick in jenes Zurückgeworfensein auf sich selbst vor dem Hintergrund der Nacht und des unmittelbar bevorstehenden Sturms, auf dem Hintergrund bodenloser Tiefe [sur fond de fond sans fond]: Die Nacktheit hat ihren Tod im Rücken, wie diese Nackte [nue] hinter sich die Wolke [nuée] hat.“ (Nancy 81) „Komplizierte Muster entstehen für Sekundenbruchteile, Nuancen von Weiß in Weiß, symmetrisches Aufflammen, blinkende Reihen von Punkten und Linien, kryptische Codes, ein Fest für jeden Semiotiker. (...) Sie hat die Königin gefunden.“ (Sch 970) „Ich war ein Narr, dachte Froud-Crofton. Er verschloß sich nicht länger, sondern richtete freundliche Impulse an das Kollektiv.“ (Rho 327)
„(...) die Wolke, die sich in zahlreiche Trichter aufgeteilt hatte, bildete über jedem der Männer eine Art örtlichen Strudel, umschwirrte den Körper oder auch nur den Kopf, streifte ihn kurz und wich dann (...) und war verschwunden.“ (Lem 142) „Des Gedächtnisses beraubt, waren sie hilfloser als Kinder (...).“ (Lem 147) „,(...) Halbverdummte Freifahrer aber werden kaum auf die Idee kommen, sich gegen die Beherrscher des Schwarms aufzulehnen.‘“ (Rho 5/330) „Ihre Aufgabe war es, die achttausend Verdummten in Panik zu versetzen. Wenn diese Horde von verängstigten und geistig instabilen Geschöpfen erst im Quinto-Center ausschwärmte, dann würde die allgemeine Verwirrung ihren Höhepunkt erreichen.“ (Rho 2/175) „Die Menge war halb wahnsinnig geworden.“ (Rho 3/364)
„Irmina Kotschistowa trug (...) einen Paralysator (...). Sie konnte damit organische Zellen umgruppieren (...). (...) Sie sah nur die Zellen, die sich zu endlosen Ketten aneinanderreihten, zu gigantischen Ballungen vereinten.“ (Rho 6/51,55) „Ein Schwarm hochexplosiver Raketen löste sich von der AYCROM.“ (Rho 7/147) „,Der Schwarm gehört den Cynos! Die Karduuhls müssen vernichtet werden. Die Ewigen Brüder werden dafür sorgen.‘“ (Rho 9/225) „(...) welcher dem Menschen nahe stehende Gott würde sich in Tentakeln manifestieren?“ (Sch 969) „Die lautlosen Bewegungen von Sphären, schillernde Seifenblasen im Auf und Ab tanzender Energien.“ (Rho 8/326) „Unlustig entfernten sie sich.“ (Lem 17)
Materialien:
Agamben, Giorgio: Die kommende Gemeinschaft, Berlin: Merve 2003 [Code: Agamben 1]
Agamben, Giorgio: Das Offene. Der Mensch und das Tier, Frankf./M.: Suhrkamp 2003 [Code: Agamben 2]
Brecht, Bertolt: Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Bd. 6 (Schriften), Frankf./M.: Suhrkamp:1997 [Code: Brecht 6]
Ferrari, Federico / Nancy, Jean-Luc: Die Haut der Bilder, Zürich-Berlin: diaphanes:2006 [Code: Nancy]
Wikipedia [Code: WP]
LITERATUR
Bonabeau, Eric; Theraulaz, Guy; Dorigo Marco: Swarm Intelligence. From Natural to Artificial Systems, Oxford University Press 1999
Brandstetter, Gabriele; Brandl-Risi, Bettina; van Eikels, Kai (Hg.): Schwarm(E)Motion. Bewegung zwischen Affekt und Masse, Freiburg: Rombach 2007. [Besprechung folgt demnächst]
Canetti, Elias: Masse und Macht, Frankf./M.: Fischer 1980.
Freud, Sigmund: Massenpsychologie und Ich-Analyse / Die Zukunft einer Illusion, Frankf./M.: Fischer 1993.
Hardt, Michael; Negri, Antonio: Multitude. Krieg und Demokratie im Empire, Frankf./M. u. New York: Campus 2004.
Kennedy, James; Eberhart, Russell C.: Swarm Intelligence, San Francisco / CA: Morgan Kaufmann 2001.
Kracauer, Siegfried: Das Ornament der Masse, Frankf./M.: Suhrkamp 1977.Le Bon, Gustave: Psychologie der Massen, Stuttgart: Kröner 1982.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie, Frankf./M.: Suhrkamp 1987.
Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, 2 Bde., Frankf./M.: Suhrkamp 1998.
Ortega y Gasset, José: Der Aufstand der Massen, München: DVA 2007.
Peel, John: Star Trek. Deep Space Nine 18. Der Schwarm, München: Heyne 2002.
Sloterdijk, Peter: Die Verachtung der Massen, Frankf./M.: Suhrkamp 2000.
Surowiecki, James; Beckmann, Gerhard: Die Weisheit der Vielen. Warum Gruppen klüger sind als Einzelne, München: Goldmann 2007.
Virno, Paolo: Grammatik der Multitude, Wien: Turia + Kant 2005.
Mehr Material unter: http://staff.washington.edu/paymana/swarm
(11.11.2007)
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