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DIE FRÜHE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN CAGE UND
CUNNINGHAM
Von deufert+plischke
Merce Cunninghams erste Solostücke sind
hinsichtlich ihres Bewegungsmaterials von der Tradition des modernen
Ausdruckstanzes in Amerika und besonders von dem Stil Martha Grahams
inspiriert, in deren Compagnie er mehrere Jahre tanzte. Dennoch kritisiert
Cunningham an der noch jungen Tradition des modernen Tanzes in Amerika die am
klassischen Ballett orientierte Behandlung von Form, Raum und Zeit sowie die
stets übergeordnete Stellung der Musik. Martha Graham arbeitet seiner Ansicht
nach insofern mit traditionellen Formen, als ihre Stücke noch deutlich
zentralperspektivisch im Raum entwickelt und formal auf einen Anfang, eine Mitte
und ein Ende hin aufgebaut werden. Über diesen linearen Verlauf der Bewegungen
in Raum und Zeit bildet sich zusätzlich durch Grahams Einsatz einer expressiven
Mimik und Gestik eine narrative Bedeutungsstruktur aus.
Von John Cage angespornt, entwickelt
Cunningham aufgrund seiner Überzeugung, daß ein wirklich zeitgemäßer Tanz
lernen muß, von der Musik unabhängig zu sein, einen ganz eigenen Tanzstil.
Dieser ist zwar nicht frei von der Verwendung traditioneller Bewegungsformen,
bleibt aber in seiner eigenartigen Entfaltung in Raum und Zeit bis heute
technisch nahezu unnachahmbar. Das entscheidende ästhetische Prinzip, das aus
der Emanzipation von einer übergeordneten, begrifflichen Idee beziehungsweise
einer musikalischen Folge hervorgeht, besteht darin, ausschließlich die
Bewegungsprozesse selbst zum Inhalt des Tanzens zu machen. Bewegung an sich ist
ihrer körperlichen Präsenz wegen schon expressiv, unabhängig davon, ob Ausdruck
angestrebt ist oder nicht. Jeder von Cunninghams Tänzen entspringt primär
körperlichen Fragestellungen, die von den räumlichen und zeitlichen Parametern
aufgrund der veränderlichen Abhängigkeit jedes organischen Körpers von Raum und
Zeit näher bestimmt werden können. Seine Bewegungssequenzen erscheinen insofern
in freien Rhythmen und ständigem Wechsel von Tempo und Dynamik, als sie ihre
Energie ganz auf die eigenen, nur dem Körper zur Verfügung stehenden
Ausdrucksmittel konzentrieren und nichts anderes darzustellen versuchen.
In den sechs Jahren seiner solistischen
Arbeit untersucht Cunningham mit experimenteller Neugierde lose
Kombinationsmöglichkeiten aus ganz unterschiedlichen Traditionen etwa des
klassischen Ballets, des modernen Ausdruckstanzes oder aus dem Alltag.
Bewegungen des Fallens, des Gehens, Stehens, Sitzens und Springens, sowie das
Lösen des Torsos aus der senkrechten Körperachse stehen unabhängig und
gleichberechtigt nebeneinander. Die Methode der Fragmentarisierung einzelner
Bewegungen im Sinne ihrer Herauslösung aus bekannten Kontexten und
Neukombinationen lassen bisher kaum tanzbar geglaubte Formen entstehen. Die mit
Cage entwickelte mikro-makro-kosmische rhythmische Struktur erfordert eine
Parametrisierung aller Bestandteile des Tanzes, einschließlich des Raumes und
der Zeit. Die Ausweitung seiner Bewegungsästhetik auf die Arbeit mit einer
kleinen Gruppe von Tänzern, die nur durch stetigen Unterricht mit diesen
Methoden vertraut werden können, ermöglicht Cunningham erst den Blick auf seine
Tanzformen, was für ihn wiederum eine Erweiterung der Parameter und der kombinatorischen
Möglichkeiten ihrer unterschiedlichen Eigenschaften bedeutet.
Etwa gleichzeitig mit den ersten
Auftritten der Merce Cunningham Dance Company Anfang der fünfziger Jahre wird
ein weiterer methodisch radikaler Schritt vollzogen. Durch die Arbeit mit
Zufallsoperationen werden alle potentiell möglichen unbestimmten Formen der
Kombination von Bewegungen in Raum und Zeit erforscht. Auf der Suche nach einem
neuen Ausdruck in seinen Bewegungsformen wählt er diese für den Tanz bis dahin
ganz ausgeschlossene Methode. Da die Zufallsoperationen gleichsam neutral und
von außen auf die Bewegungen einwirken und nicht den anatomischen Gesetzen des
Körpers folgen, experimentiert Cunningham zunächst wegen der hohen physischen
Belastung am eigenen Körper.
In einer ersten Phase der Zusammenarbeit
von Cage und Cunningham in den frühen vierziger Jahren arbeitet Cage
musikalisch noch mit der mikro-makro-kosmischen rhythmischen Struktur. Da die
„leere“ Zeitstruktur von ihrem Material zunächst unabhängig ist, bietet sie die
Möglichkeit der Trennung und unabhängigen Bearbeitung des tänzerischen und
musikalischen Materials innerhalb der gemeinsamen Zeitstruktur, die lediglich
das Zusammentreffen von Klang und Bewegung während der Proben- und in der
Aufführungszeit hinsichtlich eines konkreten Aufführungsraumes
organisiert. Eine erste Transformation
des Begriffs der musikalischen Zeit findet so wesentlich zu Beginn von Cages
Zusammenarbeit mit Merce Cunningham statt. In den frühen Tanzstücken wird in
reduzierter Besetzung modellhaft entwickelt, was für Cages folgende
musikalische Arbeit ab Silent Piece
(1952) zur einzig bestimmenden Methode wird: Formen unterschiedlicher
Tanz-Musik-„Stücke“ (das Stückhafte bezieht sich im wesentlichen auf die
Verabredung einer gemeinsamen Zeitdauer) entstehen in dem Zeitraum der
Aufführung durch die simultane Präsenz unabhängiger tänzerischer und
musikalischer Bewegungs-Prozesse.
Aufgrund des Desinteresses bei anderen
Tänzern und Musikern an der ungewöhnlichen Art der Auseinandersetzung mit
tänzerischen und musikalischen Formen sowohl bei Cage als auch bei Cunningham
erscheinen die frühen Tanzstücke bei geringem Materialaufwand als weitestgehend
solistische Formen. Neben der besonderen Bewegungsästhetik Merce Cunninghams,
die zu der stark am (Aufführungs-)Raum orientierten Organisation der
Klangereignisse in John Cages Stücken ab den 40er Jahren führt, lassen sich
zwei Merkmale der Cageschen Klangorganisationen als wesentlich konstitutiv für
die Zusammenarbeit zwischen dem Tänzer und dem Musiker bestimmen: zum einen der
Gebrauch des präparierten Klaviers und zum anderen die Gleichberechtigung
musikalischer Töne, geräuschhafter Klänge und der Stille, die von Cage als die
Summe der Klänge und Geräusche der Umgebung gedacht wird.
Die Erfindung des präparierten Klaviers,
die John Cage zugeschrieben wird, auch wenn sich vorläufige Formen bei Erik
Satie, dem Futuristen Luigi Russolo oder bei Cages Kompositionslehrer Henry
Cowell finden, vollzieht sich zeitgleich zu Cages erstem Versuch, eine Musik
für tänzerische Bewegungsformen zu entwickeln. Das Experiment, ein Klavier mit
ganz unterschiedlichen Materialien zu präparieren, ergibt sich ursprünglich aus
einer räumlichen Notwendigkeit. Für die Begleitmusik zu einer Choreographie von
Syvilla Fort im Jahr 1940 will Cage ein Stück für Schlagzeug-Ensemble
schreiben. Da der für die Aufführung in der Cornish School of Art vorgesehene
Raum eine solche Besetzung nicht zuläßt, muß Cage sich auf eine
Solo-Piano-Version beschränken. Nach dem für ihn unbefriedigenden Versuch, ein
serielles Klavier-Stück zu schreiben, beschließt er, mit dem inneren Korpus des
Klaviers, den Saiten, zu arbeiten, und führt erste Präparationen durch.
Fasziniert von der unvorhersehbaren und in Abhängigkeit von der Art der
Präparation stark variierenden Klangfarbendichte, wählt er schließlich solche
Materialien aus, die den Geräusche-Spektren des Schlagzeug-Ensembles ähnlich
sind. [1]
Das präparierte Klavier wird als
solistischer und raumsparender Instrumentenkorpus zur idealen Besetzung für die
Musik-Stücke, die wenig später mit Merce Cunningham entstehen. Eine Folge der
Experimente mit dem präparierten Klavier ist die Unbestimmtheit in dem
Verhältnis von Notation, Interpretation und den resultierenden
Klangereignissen. Diese Form der Unbestimmtheit fordert von Anfang an eine
Unabhängigkeit der Bewegungen von den Klangstrukturen heraus. In engen
Probenräumen experimentiert Cage am präparierten Klavier, und gleichzeitig
arbeitet Cunningham an solistischen Bewegungsformen für maximal drei Tänzer,
die den gesamten vorhandenen Raum auszuschöpfen versuchen.
Das zweite Merkmal einer gegenseitigen
Unabhängigkeit und dennoch möglichen Koexistenz von Bewegungen und Klängen im
Raum ist Cages Auffassung von Stille, die als ein gleichsam neutraler Faktor
Tanz und Musik in einem raumzeitlichen Ereignis verbinden kann. Ebenso wie Cage
Geräusche und musikalische Klänge gleichberechtigt als Material seiner Stücke
benutzt, wird die Stille als die Summe aller unvorhersehbaren Klänge und
Geräusche der Umgebung zum willkommenen Bestandteil des Zusammenspiels. Das
jeweils ganz unterschiedliche Sounddesign der Umgebung in einer Aufführung
wirkt sich konstitutiv auf die Losigkeit von Tanz und Musik aus. Da die
Soundimpulse der Umgebung unumgänglich vorhanden sind, sollen sie ihre
irritierende Wirkung auf die Tänzer und Musiker verlieren, genau wie das
unvermittelte Aufeinandertreffen von Musik und Tanz allmählich im Prozeß der
gemeinsamen Proben zur natürlichen Voraussetzung des Zusammenspiels wird.
Die Radikalität dieser Zusammenarbeit
basiert auf der Vorstellung, daß das einzig voraussetzungslos gemeinsame
Material von Tänzern und Musikern eine Zeit und der Raum der Aufführung ist.
Die Stille ist für Cage ein natürlicher Bestandteil der unvorhersehbaren und
spröden Entwicklung von Klangfeldern, die das präparierte Klavier hervorbringt.
Für Cunningham bedeutet ein Stillstand der Körper lediglich eine Reduktion
intendierter Bewegungs-Formen, die keineswegs mit einer Bewegungs-Stille des
Raumes gleichzusetzen ist. Stille wird zu dem einzig raumzeitlichen Fixpunkt
einer gegenseitigen Durchdringung von Bewegung und Klang über ein gegenseitiges
Zuhören und -sehen während der Proben und selbst noch in dem Prozeß der
Aufführungen.
Auf diese Weise entstehen die ersten
gemeinsamen Theaterarbeiten von Cage und Cunningham für präpariertes Klavier
und solistischen Tanz: 1942 Credo in us, Ad Lib (in Zusammenarbeit mit der Choreographin und Tänzerin Jean
Erdman) [2]
und Totem Ancestor, 1943 In the Name of the Holocaust und 1944 Root of an Unfocus und Tossed as it is Untroubled. In diesem
Jahr zieht Cunningham nach New York und entwickelt seine Stücke in eigenen
Studios, die dort oder in Colleges aufgeführt werden. In Root of an Unfocus (1944) gibt
die mikro-makro-kosmische rhythmische Struktur ein Quadratwurzelsystem vor. Für
das präparierte Klavier entwickelt Cage eine Anzahl von Takten für die kleinen
Phrasen, deren Quadrierung dann die größeren Abschnitte bildet. Parallel dazu
entwickelt Cunningham seine Bewegungssequenzen nach dem gleichen
Zahlenverhältnis. [3] Jean
Erdman beschreibt an Root of an Unfocus
einen Wendepunkt für den amerikanischen Modernen Tanz und führt den Begriff der
Space Patterns ein. Wiederholbare
Bewegungsmuster im Raum erzeugen in diesem Tanzsolo Cunninghams eine
Abstraktion von den Bedeutungen bekannter tänzerischer Bewegungen und
entwickeln durch das strukturelle Mittel der Wiederholung eine Form der
körperlichen Expression, die sich im Verlauf ihrer Bewegung von mimetischen
oder narrativen Ausdrucksmechanismen befreit. Für Root
of an Unfocus bildet ein sehr plötzlich unterbrochener Lauf, an den sich
ein schnelles Rond de Jambe mit einer Drehung anschließt, die Grundsequenz der Space Patterns aus. Die wiederholt abrupt veränderte Ausrichtung des
Tänzers erzeugt jeweils kurze Momente körperlicher Instabilität. Der Zuschauer
kann sich auf das Wiedererkennen schon bekannter und gewohnter Bewegungsfolgen
allein nicht verlassen.
Die exzessiven Wiederholungen brechen die Bedeutungen
hinsichtlich ihrer mimetischen Funktion auf und wirken irritierend auf den
Zuschauerblick. Durch eine unscharfe Gegen-Bewegung im Blick auf die Bewegung
überträgt sich das wiederholte Moment des Kontrollverlustes als Eindruck des
Schwindels, der Unschärfe (Root of an Unfocus) vom Tänzer auf den Betrachter. „A sense of
fear is conveyed, not by facial expression so much as by uneven, spasmodic
rhythm, the strange ambiguos ‘walk', and the intensity with which the dancer
rushes futilely to each new destination. The fear is conveyed through the space
pattern, too.“ [4] Erdmans Beschreibung der Bewegungsfolge
verstärkt den Verdacht der veränderten emotionalen Wirkungsweise der
Bewegungsfolgen auf die Blicke der Zuschauer. Die rhythmisch phrasierte, also
ganz bewußt gesetzte körperliche Labilität für Sekundenbruchteile läßt nicht
etwa den Tänzer-Körper schwanken. Er entzieht sich lediglich für diese kurze
und visuell nicht wahrnehmbare Zeit einem gesicherten Anblick. Diese Störung
oder Irritation ist wohl Ursache eines realen Schwindelgefühls im Publikum.
Die wenigen Tanzkritiken dieser ersten
Versuche von Cunningham und Cage verwenden behelfsmäßig die Begriffe der
Abstraktion oder der Externalisierung von Gefühlen, um diese Verunsicherung
oder Irritation zu fassen. [5]
Was ursprünglich einen rein strukturellen Akt der Verständigung zwischen
Komponist und Choreograph bezeichnen sollte, gilt bis in die heutige Zeit
hinein als ein Ausdruckskriterium der Cunninghamschen Bewegungsästhetik als
Form eines neuen, abstrakten Tanzes. Bei einer genauen Analyse von Erdmans oder
Phelps' Beschreibungen stellen sich die
Bewegungsinhalte Cunninghams meist überraschend „untänzerisch“ im Sinn von
alltäglich dar, die mit Hilfe der „neutralen“ (nicht narrativen)
mikro-makro-kosmischen rhythmischen Struktur zeitlich organisiert werden
können. Weder in dieser noch in der späteren zufallsbestimmten Struktur können
Cunninghams Bewegungen abstrakt werden, da sie am Körper selbst konkret
entwickelt werden. Vielmehr wird mit scheinbarer Wirksamkeit bis in die
aktuelle Gegenwart hinein der Zuschauer ent- oder getäuscht, der eine
strukturelle Wiederkehr bekannter Bewegungsmuster in Cunninghams Ästhetik
wiederzuerkennen hofft.
Der Rückzug auf eine mathematische
Struktur erlaubt beiden Kunstformen – Tanz und Musik – erstmals in dieser
Zusammenarbeit eine freie unabhängige Entfaltung von rhythmischen Wechseln und
Veränderungen der Tempi in einer konkreten Realzeit. Nach diesem Modell
entsteht 1944 der erste öffentliche Solo-Abend – aufgeführt im Studio Theatre in New York –, für den
Merce Cunningham seine Soli Triple-Paced,
Root of an Unfocus, Tossed as it is untroubled, The perilous night: six solos, The unavailable
memory of, Totem Ancestor und Spontaneous Earth tanzt, und John Cage seine Stücke Songs: She is asleep, The wonderful widow of 18 springs, und Amores: Prelude; Trio; Waltz, für präpariertes Klavier spielt.
Die Zusammenarbeit oder das Verhältnis
von Musik und Tanz beruht lediglich auf der Gewißheit, daß an bestimmten
Punkten der gemeinsamen Zeit Bewegung und Klang aufeinander treffen werden,
wenn präzise gearbeitet wird. Von Anfang an wird nicht nach einer Musik getanzt und
die Musik folgt nicht den Bewegungen: „This use of a time structure allowed us
to work seperately, Cage not having to be with the dance except at structural
points, and I was free to make the phrases and movements within the phrases
vary their speeds and accents without reference to a musical beat, again only
using the structural points as
identification between us.“ [6]
Fussnoten:
[1] „Cage actually used a fairly small
repertoire of objects to prepare his pianos. Both weather stripping (made of a
felt-like material) and pieces of rubber mute the string without altering the
pitch significantly. The rubber gives a somewhat more resonant sound than the
weather stripping, and in the higher registers the effect is similar to that of
a resonant wood block. Screws and bolts provide the metallic, complexe,
gong-like sounds that dominate so much Cage's prepared piano pieces. In some
cases, metal washers or oversized nuts were included in the screw or bolt
preparations, so placed that they would rather rattle against the string when
played. This effect is not unlike that of a tambourine or cymbal. Pennies
threaded through the triple-strung notes produce a similar gong-like sonority,
but mellower, perhaps because of the penny's ability to mute all the strings
simutaneously. Other less common preparation materials include pieces of wood,
bamboo, and rubber pencil erasers.“ James Pritchett: The Music of John Cage.
Cambridge 1996. S.23.
[2] „The script by Merce Cunningham
apparently no longer exists, and one can not tell from Cage's score which
sections were duets or solos, but the music is one of his stylistically most
important works and foreshadows several later developments in his composition. Credo in Us is scored for pianist, two
percussionists and electric buzzer, and a fourth performer who plays the radio
or a phonograph. There is no hierarchy of instrumentation, as in a conventional
piano concerto, but all are equally represented.“ William Fetterman: John
Cage's Theatre Pieces. Notations and Performances. Amsterdam 1996. S. 12.
[3] „The original phrase was structured
8-10-6 beats. The dance was in three parts, the first section being 8x8, the
second 10x10, the third 6x6. The tempo for each section varied as did the time
length (one and one-half minutes; two and one-half minutes; one minute).“ Merce
Cunningham in: Dancing in Space and Time. Ed. by Richard Kostelanetz. London
1992. S.139.
[4] „But in a creative composition,
should the desire be to express fear, the choreographer will have made a search
for special movements, the rhythms and dynamics will be themselves expressive,
without recourse to such clichés of pantomime as bringing the fist to the open
mouth while opening the eyes very wide. The space pattern too will emphasize
the underlying emotion. A fine example of this theme can be seen in a solo by
Merce Cunningham called Root of an
Unfocus. The characteristic movement here is a circular kick from front to
back wich turns the dancer's body and face to a new direction. When the
swinging foot touches the floor, a quick uneven shift of weight from one foot
to the other is made; at the same time the head and eyes turn toward the
opposite direction. Thus the dancer, though walking backward, seems to feel
that he is progressing forward and appears to be searching. (…) The first
part of the dance covers the stage vigorously; through the middle section the
dancer seems to be turning in on himself in smaller areas and more frequently.
Finally, he cannot move around at all, but only down to the floor in a circular
back fall with a quick roll over to the knees and up; this is repeated many
times in rapid succession.“ Jean Erdman: How to Look at Modern Dance. In:
Vassar Alumnae, Feb. 1948 Magazine, Vol. XXXIII. Nr.3.
[5] „Root of an Unfocus bears out its title in being fast, energetic,
and conflicted. Abstractly it makes some kind of unfocus apparent and
interesting; perhaps it would expose a root on further acquaintance. Tossed as it is untroubled, as the
programm said, is an externalization of a laugh within the mind. The mood
hardly seems untroubled (if that is what the title intended); this is extremely
nervous laughter, and recalls A. V. Jensen's remarkable reconstruction of
primitive life, The Long Journey, where he tells how laughter was born in a
release from fear.“ Mary Phelps in: Dance Observer. June /
July 1946.
[6] Merce Cunningham: Dancing in Space
and Time. Ed. by Richard Kostelanetz. London 1992. S.139.
Dieser Text stammt aus Kattrin Deuferts Dissertation John Cages Theater der Präsenz, Norderstedt: (FK) medien | materiaal.txt 2001 und wurde für das des corpus-Thema zu Merce Cunningham von deufert+plischke neu bearbeitet.
(9.12.2008)
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