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WIE SICH BERND R. BIENERT IN WIEN FÜR GROSSE AUFGABEN EMPFIEHLT
Von Fred Arctor
Für die Leitung des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper würde er sich, sagt Bernd R. Bienert am 14. Februar 2008 in einem Interview der Tageszeitung „Die Presse", „eher interessieren" als für die Leitung des Tanzquartier Wien. Choreografenkollege Sebastian Prantl hatte drei Wochen zuvor laut („Die Presse" vom 26. Jänner 2008) überlegt, sich mit ihm gemeinsam um die TQW-Führung zu bewerben.
Mit Nachdruck versucht der Künstler nun, sich für zwei Posten in der Wiener Tanzlandschaft ins Gespräch zu bringen: der Vertrag des ökonomisch erfolgreichen Opern-Ballettchefs Gyula Harangozó, läuft - vorerst - bis 2010. Ob Bienert wohl die nötigen Reputationen für solche Aufgaben mitbringt?
Glanzlos und gefeuert
Seine fünfjährige Zeit als Leiter des Balletts am Zürcher Opernhaus jedenfalls endete 1996, wie der renommierte Kritiker Hartmut Regitz in der Zeitschrift „ballettanz" schrieb, „eher glanzlos". Und als Leiter der schon weniger renommierten Tanztruppe am Saarbrücker Saarländischen Staatstheater wurde er 2001 von Intendant Kurt Josef Schildknecht nach kurzer Funktionszeit von kaum zwei Jahren fristlos entlassen, nachdem ihm während der Aufführung eines seiner Stücke die Nerven durchgegangen waren.
Er unterbrach wegen angeblicher technischer Mängel und zeigte am Ende einigen Buh-Rufern im Publikum die Zunge. Nachdem sich, wie Regitz berichtet, „offenbar Mitglieder des Leitungsteams und das Ballettensemble gegen eine weitere Zusammenarbeit aussprachen", wurde Bienert gefeuert.
Primadonnen
In Wien, wo Bernd R. Bienert solche biografischen Kinkerlitzchen nicht an die große Glocke hängt, schimpft er nun gegen ImPulsTanz, das Faktum, daß ihm zu viele nichtösterreichische Produktionen gezeigt werden, den Kulturstadtrat, das Tanzquartier, die zeitgenössische Choreografie und auf die österreichische Tanzszene, die er der „Primadonnenhaftigkeit" zeiht. Ob ihn all das für Leitungspositionen am Tanzquartier Wien oder beim Wiener Opernballett qualifiziert, wird die Zukunft zeigen.
(15.2.2008)
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