Wiener Jurien

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EX-SZENE-SALZBURG-INTENDANT MICHAEL STOLHOFER IM SOG DER HAUPTSTADT



Überraschung für die österreichische Tanzszene. Michael Stolhofer, der in diesem Jahr die Intendanz der Szene Salzburg abgibt, wird künftig für Sonderprojekte beim ImPulsTanz-Festival in Wien im Einsatz sein. Außerdem, so heißt es in der Tageszeitung Salzburger Nachrichten, wird Stolhofer „in einer Jury der Stadt Wien arbeiten, die Projekte des Bereiches Tanz und Theater bewertet und zur Förderung empfiehlt“.

Bereits am Mitte Dezember vergangenen Jahres hatte das Nachrichtenmagazin profil gemeldet, dass Stolhofer zusammen mit Amelie Deuflhard [1], Elke Hesse [2], Angela Heide [3] und Thomas Licek [4] zu dem neu ernannten Kuratorium gehören wird, das 2013 über die nächsten Vierjahresförderungen der Stadt Wien für Tanz und Theater entscheiden soll.

Diese „Konzeptförderungs-Jury“ [5] wird auch bei der von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in Auftrag gegebenen Evaluierung der vor acht Jahren in die Wege geleiteten Theaterreform mitarbeiten. Einer Reform, über deren Misserfolg sich dem Vernehmen nach Gegner wie Befürworter in der Theater- und Tanzszene einig sind. Der Schlussbericht soll Ende März 2012 vorliegen, meldet die Wiener Rathauskorrespondenz, und – so Mailath-Pokorny – auch veröffentlicht werden.

Mit Stolhofer wendet sich ein so kreativer wie wenig konfliktscheuer Profi in Richtung Wien, der in Salzburg mit Eigensinn und Genussfähigkeit ein Festival geleitet hat, das immer für Überraschungen gut war. Gut vorstellbar, dass er auch bei ImPulsTanz über dessen ohnehin nicht gerade eng gezogene Stränge schlagen wird. Mitarbeiten soll er auch bei der Umsetzung der Choreographic Platform Austria 2012 im Rahmen des Sommerfestivals. Sofern die Stadt Wien sich bereit erklärt, diese Plattform zu finanzieren. (ploe)


Anmerkungen:
[1] Deuflhard ist derzeit Intendantin des Kulturzentrums Kampnagel in Hamburg und bis heute zusammen mit Sasha Waltz und Jochen Sandig Gesellschafterin der Berliner Sophiensæle, deren Leiterin sie bis 2007 war.
[2] Hesse ist seit Mai 2011 Geschäftsführerin der WSK Konzertsaal Errichtungs-GmbH, der neuen, heftig umstrittenen Heimstätte der Wiener Sängerknaben am Augartenspitz. Von 2006 bis 2009 war sie Intendantin der Bad Hernsfelder Festspiele. Ihr Programm enthielt wenig Zeitgenössisches: u.a. Shakespeares „Romeo und Julia“, Schillers „Die Jungfrau von Orléans“ oder „Die West Side Story“. Davor arbeitete sie am Wiener Schauspielhaus und am Theater in der Josefstadt als persönliche Referentin von Hans Gratzer.
[3] Heide ist derzeit zusammen mit Andrea Amort und Andreas Hutter Mitglied des Wiener „Kuratoriums Theater, Tanz, Performance“ (2011-13). 2012 soll es auch zur Neubestellung dieses Kuratoriums kommen; wenn dem so ist, gerät Angela Heide nicht in die Verlegenheit, Doppel-Jurorin sein zu müssen.
[4] Licek leitet die Theateragentur Vladimir und Estragon – deren Website aussieht, als wäre sie seit fünf Jahren nicht mehr in Betrieb – und arbeitet für die Kulturabteilung der Stadt Wien, u.a. als Organisator der Kulturtage in Moskau, Belgrad, Sofia und Bukarest. Verantwortlich für den Europäischen Monat der Fotografie seit 2006.
[5] Die Vorgängerjury wurde 2008 bestellt, war für die Förderungen 2009-13 zuständig und setzte sich zusammen aus Jürgen Weishäupl, Berno Polzer, Sylvia Kargl, Eva Hosemann und – ebenfalls Thomas Licek.


(5.1.2012)