Postcontemporary: Vorwort zum Essay

Sechs Versuche zur Zeitgenossenschaft

Von CORPUS

Es ist möglicherweise die vorletzte Wortkombination mit diesem Präfix: „postcontemporary“. Das „Post“, Zeugnis einer schier endlosen Unentschiedenheit, eines Lavierens und eines jetzt vermutlich wirklich unerträglich gewordenen Relativismus aus dem Rokoko der Postmoderne. „Post“ als „past“, „post“ als dasselbe, aber anders, post- als Pose. Es ist ein Auslaufmodell mit einem ganz zuletzt gesetzten Klecks in Form des Begriffs „postfaktisch“. Aber über den wollte sich das corpusKollektiv hier weniger unterhalten als vielmehr darüber, was nun jetzt aus dem Begriff des Zeitgenössischen geworden ist.

 

Da wiederum kam uns als exemplarisches Performativ die „postcontemporaneity“ gerade recht, über die Armen Avanessian und Suhail Malik vor kurzem ein kleines Buch herausgegeben haben. In sechs konzisen, sehr unterschiedlichen Versuchen, die zusammen einen Essay bilden, erläutern David Ender, Nicole Haitzinger, Sabina Holzer, Astrid Peterle, Helmut Ploebst und Heidi Wilm ihre Positionen gegenüber dem „Post“ in Verbindung mit Zeit und gesellschaftlicher „Genossenschaft“. Auf ein Fazit wird verzichtet – vorerst, denn was uns hier unter anderem eint, ist die Idee, dass die Schlüsse dieser Beiträge nach deren Lektüre zu Schlüssen führen können, die wir erst einmal zu sich kommen lassen wollen. (7.2.2017)

 

Postcontemporary

– Inhalt mit Links –

 

Posting von Astrid Peterle
Eine Kritik von Nicole Haitzinger
enthauptungsphilosophie von Heidi Wilm
Big Chill von Helmut Ploebst
Das Post ist da von David Ender
Keine Zeit von Sabina Holzer
und
ausgeflogen in den corpusBereich PRAXIS die Rakete
Temporary von Captain Carey Collider